Metaphern in Psychotherapie und Beratung – eine metaphernreflexive Perspektive – Schmitt – Heidenreich -Beltz Verlag – Rezension

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Das interessante an dem Buch ist, dass es aufzeigt, wie selbstverständlich wir Metaphern im
täglichen Sprachgebrauch verwenden, ohne uns dessen bewusst zu sein.

Der Klappentext verspricht folgendes:

„Metaphern- verstanden als „Ausdruck einer Sache mit den Mitteln einer anderen“ – spielen in
Therapie und Beratung seit jeher eine bedeutsame Rolle. In den Metaphern der Klienten und
Klientinnen ist eine Welt verborgen, die sichtbar gemacht werden kann.

Rudolf Schmitt und Thomas Heidenreich untersuchen die Rolle der Metaphern in verschiedenen
psychotherapeutischen Ansätzen. Die praktische Anwendung wird anhand zahlreicher Kriterien
vorgestellt, u.a. Metaphern von der Stange vs. „on the spot“ entwickelte Metaphern,
störungsspezifischen Metaphern, Metaphern unter transkultureller Perspektive, Metaphern für
existenzielle Krisen. Um einen eigenen versierten Umgang zu ermöglichen, wird gezeigt, wie mit
den Metaphern der Klientinnen gearbeitet werden kann und – wenn sinnvoll- eigene Metaphern zu
entwickeln sind.“

Soweit so vielversprechend. Leider ist das Buch überhaupt nicht praxisorientiert. Die Autoren
ergehen sich in Erklärungen und Theorien. Es war sehr anstrengend, sich durch das Buch zu
kämpfen (auch eine Metapher) und ich war froh, als ich es durch hatte. Wer detailreiche
Ausführungen liebt, gewürzt mit vielen Fremdwörtern, sollte das Buch auf jeden Fall lesen.
Ich hatte den Eindruck, die Autoren sind mit dem lockeren Thema zu verkrampft umgegangen.

Ein Beispielabschnitt:

„Was hier als einengende und leiderzeugende Schemata in Form metaphorischer
Konzeptualisierungen von Selbst und Welt gedeutet wird, wird von Kriz in den Bergriffen
„überstabiler Sinnattraktoren“ gefasst…….Psychische Veränderungen begreift er als „Ordnungs-
Ordnungs-Übergang“, wir begreifen diese als Assimilation und Akkommodation, also als
Weiterentwicklung, Ausdifferenzierung und Veränderung metaphorischer Schemata des
Verhältnisses zu Welt und Selbst.“

Selbst nicht aus dem Zusammenhang gerissen, muss ich solche Sätze mehrmals lesen, um zu
verstehen, worum es eigentlich geht. Menschen mit mehr Intellekt als ich, haben möglicherweise ihre Freude an dem Buch.