Interview mit Angela Eichler – Heilpraktikerin für Psychotherapie in eigener Praxis in Bergisch Gladbach

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Im November 2017 hatten wir die Gelegenheit ein Interview mit Frau Angela Eichler zu führen. Sie arbeitet in eigener Praxis als Heilpraktikerin Psychotherapie  in Bergisch Gladbach. Das Interview gibt Einblick in die Arbeit eines Heilpraktiker für Psychotherapie:

Sie arbeiten als Heilpraktikerin für Psychotherapie in eigener Praxis. Damit wir einen Eindruck von Ihrer Arbeit bekommen … Wie sieht ihr typischer Tagesablauf im Hinblick auf Ihre Arbeit aus? 

“Einen ganz typischen Tagesablauf gibt es für mich nicht. In aller Regel führe ich morgens tel. Erstberatungsgespräche oder Terminvereinbarungen durch. Desweiteren kümmer ich mich dann auch noch um die Buchführung. Ab 12 Uhr vergebe ich Termine in der Praxis. Da meine Klienten allerdings zum grössten Teil Selbstzahler sind und durch die Berufstätigkeit terminlich kaum flexibel sind, liegt ein Grossteil meiner Termine in den Abenstunden, so daß ich meist erst gegen 21 Uhr aus der Praxis komme.”

Können Sie etwas über Ihren beruflichen Werdegang sagen? Wie und warum haben Sie angefangen sich mit Psychologie und Psychotherapie zu beschätigen?

“Mit Psychologie habe ich mich schon in meinen Pädagogik Studiengang an der Bildungswissenschaftlichen Universiät zu Flensburg – zu damaligen Zeiten noch auf Diplom – beschäftigen können. Schon damals hatte ich sehr viel Freude und Interesse an Psychologie und den damit verbundenen tiefenpsychologischen Schulen, was wohl auch an unserem Professor lag, ein Psychologieprofessor wie aus dem Buche, sehr streng aber fachlich grandios. Nach dem Vordiplom, beendete ich das Studium, weil ich durch verschiedene durchzuführende Praktika gemerkt hatte, das Pädagogik nicht meinem Berufswunsch entspricht. Ich habe dann eine Zeitlang ein Restaurant als Geschäftsführerin geleitet. Als Kind der Erbengeneration konnte ich mir im Anschluss noch einen grossen Teil der Welt ansehen und bin nach meiner Weltreise in Köln gelandet.

Hier habe ich mich in einigen Bereichen ausprobiert, war unter anderem lange Zeit für die Marktforschung als freie Mitarbeiterin tätig und bin dann schlussendlich beim Fernsehen gelandet als Regisseurin und freie Casterin.

Wie schon in der Martkforschung ist mir aufgefallen, wie leicht und schnell Menschen durch die Stimmlage beeinflussbar sind, bzw. sehr schnell zugänglich.

Als Casterin fand ich es bewundernswert, wie  Menschen, wenn sie unter aussergewöhnlichen Belastungen sind bzw. unter Stress stehen, reagieren und wie diese Menschen geführt werden können. Mit der Zeit habe ich ein ziemliches Gespür für die unterschiedlichen Stimmungslagen  entwickelt  und wie diese sehr schnell positiv zu beeinflussen sind.

Von vielen Seiten wurde mir dann bestätigt, daß ich doch auf jeden Fall in Richtung Psychologie weitermachen sollte, und so kam dann eines zum anderen…ich würde sagen, es war zum richtigen Zeitpunkt die richtige Eingebung.”

Welche Ausbildung/en haben Sie gemacht? Wie viel Zeit mussten Sie für die Ausbildung/en aufwenden?. War es schwer, die Prüfungen zu bestehen?

“Da ich Psychologie nicht studieren wollte, vor allem in Hinblick auf die Tiefenpsychologie, welche ich als nicht zeitgerecht empfinde  und ich vor allem mit Menschen arbeiten wollte, habe ich mich für den „Heilpraktiker Psychotherapie“ entschieden.

Ich habe eine Prüfungsvorbereitung an der Hamburger Fernakademie über 1,5 Jahre gemacht und mich dann für die Prüfung in Köln angemeldet. Die Wartezeit auf eine Prüfung betrug in Köln 1,5 Jahre. Diese Zeit habe ich genutzt um eine 1 jährige Ausbildung in Hypnotherapie zu beginnen und abzuschliessen. Eine Therapieausbildung ist für die Zulassung zur Prüfung zwar nicht erforderlich, macht sich aber meistens besser für die Prüfer.

Die Prüfung selber teilt sich auf in einen schriftlichen Teil mit Multiple Choice Fragen, und nach Bestehen des schriftlichen Teils bekommt man seinen Termin für die mündliche Prüfung.

Die Prüfung selber habe ich als nicht unbedingt schwierig, aber schon als sehr genau erlebt. Nichts desto trotz ist die Durchfallquote in Köln sowie auch in den meisten Bundesländern sehr hoch!

Kenntnisse im Hinblick auf die Freudsche Schule können schon von Vorteil sein. Bei meiner Prüfung war eine Psychiaterin aus der Tiefenpsychologie anwesend. Hier kam mir dann das frühere Studium in Flensburg zu gute, mit Freuds Thesen und Neurosen kannte und kenne ich mich sehr gut aus.

Nach der Prüfung ist immer vor der Prüfung und Fort- und ständige Weiterbildungen gehören für unseren Beruf unabdingbar dazu.

Ich selber habe anschliessend noch eine Ausbildung zum wingwaveCoach und später zum wingwave Trainer gemacht. Weiter kam noch eine Ausbildung zum Trainer für berufl. Stressmanagement und Trainer für selbstkontrolliertes Trinken, sowie Trainer für kontrollierten Substanzmittelgebrauch dazu.”

Wie verlief dann der Start in Ihr Berufsleben und in die Selbstständigkeit? Sind dafür auch viele Anmeldungen bei Behörden notwendig?

“Für den Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie reicht eine Praxisanmeldung bei dem zuständigen Gesundheitsamt aus.

Ich selber habe nach bestandener Prüfung mit einer Heilpraktikerin eine Gemeinschaftspraxis in Bergisch Gladbach aufgemacht. Zu der Zeit habe ich noch in einem soziotherapeutischen Wohnheim gearbeitet. Die Praxis lief allerdings von Anfang an so gut, daß ich nach drei Jahren meine eigene Praxis aufmachte und auch meine Arbeit in dem Wohnheim aufgab um nur noch für die Praxis tätig zu sein.”

Sie bieten Psychotherapie an … sind Sie auch spezialisiert auf bestimmte Patientengruppen, Störungsbilder oder Therapieverfahren?

“Ein Grossteil meiner Klientel setzt sich aus Angstpatienten zusammen, kein Wunder, gehören doch die Angsterkrankungen mit einer jährlichen Neuerkrankungsrate von ca. 20 % zu den meisten behandlungsbedürften psychischen Erkrankungen.

An Therapieverfahren arbeite ich meist mit einer Kombination aus der Hypnotherapie und dem wingwave, wobei ich die Trancezustände meist nutze um Ressourcen aufzubauen und wingwave um Trigger ausfindig zu machen und diese nachträglich zu bearbeiten.

Ich arbeite aber auch gerne mit dem Systembrett um den Klienten eine Übersicht über seine Situation zu ermöglichen.

Wenn ersichtlich ist, daß ein grosser Teil der Probleme des Klienten aus seiner Familiengeschichte bzw. aus der Kindheit kommen, nutze ich besonders gerne die imaginative Familienaufstellung.

Im Grunde genommen nutze ich alles das,  was ich zur Verfügung habe und probiere auch gerne mal wieder „neues“ aus.”

Was war ein „Highlight“ in Ihrer beruflichen Tätigkeit als Psychotherapeutin? Gab es besondere Momente, Arbeitsergebnisse oder Ereignisse?

“Ein bestimmtes  Highlight so gibt es nicht.  Es ist immer ein Highlight, wenn ich sehe, wie schnell einige Menschen auf bestimmte Verfahren ansprechen, wie schnell manche veränderungswillig sind. Es ist ein einziges Highligt wenn der zuvor gebeutelte Mensch sich aufrichtet und sich seinem Traum&Ziel nähert und dann ist es das Highlight zu wissen, das ich dieser Mensch sein durfte,  der begleitet. Das ist es, was diesen Beruf so schön macht.”

Herzlichen Dank für das Interview!

Als Ergänzung hier noch zwei Links: Autoren-Profil von Angela Eichler und die Website ihrer Praxis