Psychoedukation bei posttraumatischen Störungen: Manual für Einzel- und Gruppensetting – Alexandra Liedl, Ute Schäfer und Christine Knaevelsrud – Schattauer Verlag

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Die drei Autorinnen haben ihr berufliches Fachwissen und ihre beruflichen Erfahrungen zusammengetragen um gemeinsam ein Manual zur Behandlung von posttraumatischen Störungen zu entwickeln und dieses anderen Therapeuten zur Verfügung zu stellen, um es mit Betroffenen entweder im Einzel- oder im Gruppensetting anwenden zu können. Es handelt sich nun um die 2. Auflage, in der Aktualisierungen vorgenommen wurden, ohne vom Grundkonzept abzuweichen.

Die ersten vier Kapitel mit wichtigen theoretischen Inhalten (Einführung, Grundlagen des Manuals, Umgang mit dem Manual und therapeutische Herausforderungen) fallen recht kurz, aber dennoch verständlich aus um im Anschluss die einzelnen Module der Sitzungen ausführlich zu beschreiben.

In den einzelnen Modulen, es sind insgesamt 15., also recht viele, werden nicht nur Inhalte wie „Trauma“ und „Belastungsstörungen“ vermittelt und besprochen, sondern auch solche, die im Zusammenhang mit posttraumatischen Störungen auftreten können (z. B. Angst, Schlafstörungen, Aggressionen). Die Autorinnen haben zwar eine Reihenfolge angegeben, sehen diese aber nicht als feststehend an, sondern überlassen es den Therapeuten auch andere Reihenfolgen zu wählen oder auch Module wegzulassen. Es werden noch zwei Zusatzmodule angeboten, die aber nur abhängig von der Teilnehmergruppe eingesetzt werden können, da sie zwei spezielle Inhalte haben (Trauer und Integration).

Die einzelnen Module verlaufen immer in der gleichen Weise (Begrüßung-Blitzlichtrunde-Wiederholung der letzten Sitzung-neuer Themenkomplex-Klärung offener Fragen-Kernaussage zum aktuellen Thema-Verteilung von Infomaterial und Aufgaben für die nächste Woche-Abschlussblitzlicht), so dass sich die Therapeuten recht einfach vorbereiten können und die Teilnehmer eine feste Struktur vorfinden, die es ihnen erleichtert sich auf die Sitzungen einzulassen.

So wie die Module beschrieben werden, gibt es augenscheinlich eine gute Balance zwischen Informationsvermittlung durch die Therapeuten und dem Sammeln von Aspekten von den Betroffenen bzw. freien Austausch über bestimmte Themen.

Beim Sammeln von Beiträgen wird der Flipchart genutzt, so dass die Teilnehmer die Aspekte vor Augen haben und sich individuell einbringen können. Die Therapeuten können mit gezielten Fragen noch weitere Beiträge sammeln und eigene benennen. Es wird nicht erwähnt was mit den Flipchartaufzeichnungen passiert. Meine Empfehlung wäre, dass die Teilnehmer dazu aufgefordert werden, sich diese zu notieren oder das jeweilige Blatt könnte fotografiert und allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden.

Für die Therapeuten ist das Vorgehen in jeder Sitzung verständlich beschrieben, zusätzliche Anmerkungen geben an was beschrieben, gemeinsam erarbeitet und an Materialien ausgeteilt werden soll.

Es gibt hilfreiche Informationsblätter, die am Ende jeder Sitzung an die Teilnehmer ausgehändigt werden. Diese fassen die wichtigsten Aspekte des aktuellen Themas nochmal zusammen und bieten die Möglichkeitvon jedem Teilnehmer individuell ergänzt zu werden, so dass jeder für sich am Ende eine Sammlung von Informationen und ggf. eigenen Eindrücken/Beschreibungen usw. hat. Neben den Informationsblättern gibt es zusätzlich ein Übungsblatt zum aktuellen Thema, mit denen die Teilnehmer aufgefordert und angeregt werden bestimmte Aspekte bis zur nächsten Sitzung genauer zu betrachten oder zu wiederholen. Dies dient der Vertiefung und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema. Alle Arbeitsmaterialien stehen den Therapeuten beim Verlag (Schattauer) zum kostenfreien Ausdrucken zur Verfügung.

Bei allen Themen gibt es Formulierungshilfen für die Therapeuten. Es ist zu empfehlen, dass bei einigen Themen die Formulierungen/Informationen noch verständlicher und umgangssprachlicher vermittelt werden, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle Teilnehmer Fachbegriffe verstehen können.

Fazit: Insgesamt ist das Manual gut aufgebaut und beschrieben. Es leistet sicher einen guten Beitrag, dass Therapeuten mit Betroffenen über das komplexe Thema „Trauma“ ins Gespräch kommen können, mit dem Fokus Hilfestellungen im zukünftigen Umgang damit zu geben. Wie es sich tatsächlich in der Praxis umsetzen lässt, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden.

Und hier kann das Buch erworben werden: Psychoedukation bei posttraumatischen Störungen: Manual für Einzel- und GruppenSetting – Mit einem Geleitwort von Andreas Maercker