Psychotherapie

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Die Psychotherapie ist der Teil der Medizin, der sich mit der Behandlung von seelisch-geistigen, psychosomatischen, körperlichen Störungen oder Verhaltensstörungen befasst. Bei der Psychotherapie findet man verschiedene Richtungen, die wahrscheinlich bekanntesten sind die von Siegmund Freud begründete Psychoanalyse und die Gesprächsspychotherapie, die auf Carl Rogers zurückgeht. Nicht alle Therapieformen sind überall anerkannt, neue Therapieansätze müssen in Deutschland beispielsweise einem Wirkungstest unterzogen werden. Nur wenn Therapien eindeutig die erwünschte Wirkung aufweisen, werden sie im Rahmen der Psychotherapie zugelassen.

Die Psychotherapie kommt zum Beispiel zum Einsatz bei Depression, Phobien, Panikstörung, Essstörungen, Autoaggressionsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Da seelische Erkrankungen auch körperliche Beschwerden zur Folge haben können, werden viele Patienten mit psychosomatischen Störungen entsprechend behandelt. Psychosen, Erkrankungen wie Schizophrenie oder neurologische Störungen gehören nicht zu den Erkrankungen, die von der Psychotherapie behandelt werden können. Um einen ersten Hinweis auf die Ursachen und die Therapiemöglichkeiten zu erhalten, ist in den meisten Fällen zu Beginn einer Psychotherapie die Erstellung eines so genannten Lebensberichts seitens des Patienten erforderlich.

Genauso vielfältig, wie die Bandbreite der Beschwerden sind auch die Behandlungsformen, die man in der Psychotherapie finden kann. Diese sind angemessen an die jeweilige Erkrankung, also nicht jede Therapieform kann für jede Krankheit angewendet werden. Allen Therapien gemein ist jedoch, dass das Unterbewusste, die Seele, angesprochen werden soll. Sind hier Störungen, Blockaden oder Verletzungen entstanden, sollen diese mit Hilfe verschiedener Techniken gelöst und gelindert werden. Dazu stehen beispielsweise Gesprächstherapien, tiefenpsychologische Behandlungen oder Gruppengespräche zur Verfügung. Doch auch gestalterische Therapien, Bewegungstherapien und verschiedene Entspannungstechniken gehören zur Behandlungsvielfalt der Psychotherapie.

Anders als bei anderen medizinischen Feldern ist die Mitwirkung des Patienten bei der Psychotherapie besonders wichtig. Da es nicht reicht, eine Tablette zu nehmen, muss der Patient sich aktiv an seiner Heilung beteiligen. Ein Psychotherapeut kann nur dann eine Behandlung durchführen, wenn der Patient die notwendigen Informationen liefert und die Therapien aktiv mitmacht. Eine Konfrontationstherapie beispielsweise ist sinnlos, wenn der Patient die ihm gestellten Aufgaben nicht erfüllt, also beispielsweise nicht mit der U-Bahn fährt, um eine Angststörung zu therapieren.

Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist in Deutschland fest geregelt. Es ist entweder eine Ausbildung zum Heilpraktiker oder eine besondere Ausbildung zum Psychotherapeuten notwendig. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Ärzte eine entsprechende Weiterbildung durchführen. Personen, die diese Ausbildung nicht vorweisen können, sind nicht berechtigt, die Bezeichnung Psychotherapeut zu führen.

Siehe auch: Psychose