Psychologisch-technische/r AsstistentIn – Berufsbild und Ausbildungsmöglichkeiten

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Psychologisch technische Assistenten arbeiten eng mit Psychologen zusammen. Sie werden hierbei unter Anderem für administrative und organisatorische Aufgaben eines Teams beziehungsweise einer Organisationseinheit im psychologischen Kontext eingesetzt. Im Bereich der Psychologie wird viel mit Testverfahren und statistischen Anwendungen gearbeitet. Diese werden verwendet um Erkenntnisse über Testpersonen zu erheben, Verhalten zu beobachten, physiologische Veränderungen zu messen, die mit psychischen Merkmalen korrelieren und vieles mehr. Psychologische Tests, Fragebögen und Versuche werden schon lange nicht mehr nur im klinischen Kontext verwendet sondern werden auch in anderen Bereichen beliebter. So wird mit Hilfe dieser Methoden zum Beispiel der passende Kanditat für eine Stelle gefunden, Marktforschung betrieben oder die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine optimiert. Auch im Bereich der Berufsorientierung wird mit statistischen Mitteln und Fragebögen gearbeitet. Da diese Verfahren oft sehr komplex sind und die erhobenen Daten analysiert und in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden müssen, entstehen viele einzelne Arbeitsschritte. Ein/e psychologisch-technische/r AsstistentIn kann hierbei Aufgaben übernehmen, die sich auf den technischen Teil der psychologischen Arbeit beschränken. Für standardisierte Verfahren gibt es oft Manuals, also Anleitungen zur Erhebung und Auswertung. Psychologisch-technische Assistenten müssen also nicht über umfangreiches psychologisches Fachwissen verfügen.

Sie werden vor allem in psychotherapeutischen Praxen, Kliniken und psychologischen Instituten sowie sozialen Einrichtungen und bei der Qualitätssicherung eingesetzt. Sie unterstützen Psychologen und Psychologinnen bei der Durchführung ihrer wissenschaftlichen und praktischen Aufgaben.

 

Typische Aufgaben eines/einer psychologisch-technischen Assistenten / Assistentin

  • Befragung / Erhebung zu psychologischen Basisdaten: Vorbereitung, Information der Rehabilitanden
  • Befragung der Patienten/Klienten und Ausfüllen von Fragebögen wie z. B. soziobiographische Fragebögen, strukturierte und nicht strukturierte Exploration
  • Durchführung psychologischer Testverfahren (Paper-Pencil-Tests, apparative Tests) wie z.B. klinische Tests, Befindlichkeitsskalen, kognitive Leistungstests (u.a. Intelligenztests)
  • Auswertung psychologischer Testverfahren nach formalen Vorgaben (keine inhaltliche Interpretation der Ergebnisse)
  • EDV-gestützte Diagnostik: Apparative Belastungstests und Stresssimulation
  • Psychologische Betreuung:Terminplanung
  • Absprache mit anderen Abteilungen – Vor- und Nachbefragung zu psychologischen Maßnahmen in Gruppen z. B. Entspannungstraining und Stressgruppen
  • Durchführung einfacher Entspannungsverfahren nach Einweisung / Fortbildung
  • Durchführung des Biofeedbacktrainings in unterschiedlichen Modalitäten; Einführung und Vorbereitung der Programme
  • Mitwirkung bei Durchführung spezieller indikationsspezifischer Trainingsprogramme wie kognitives Leistungstraining in der Neurologie
  • Assistenz bei indikationsbezogener Gruppenarbeit wie z. B. im Stress- oder Schmerzbewältigungstraining
  • Mitwirkung beim Gesundheitstraining
  • Terminplanung der Gruppen, Absprache mit anderen Abteilungen
  • Vorbereitung der Materialien für die Gruppenarbeit
  • Durchführung und Auswerten von Indikations- und Befindlichkeitsfragebogen – Einsatz und Kontrolle der Bearbeitung von Arbeitsblättern (z. B. Gewichtskontrollkurven, Ereignisprotokolle etc.)
  • Assistenz in den Gruppen wie z. B. Einsatz der Metaplantechnik in Gruppendiskussionen
  • Bedienen und Warten psychologisch technischer Geräte: psychophysiologische Geräte, Biofeedbackgeräte, psychodiagnostische, therapieunterstützende und computergestützte Testgeräte; Geräte zur Stresssimulation, neuropsychologische Testbatterien, Videoanlage (Kamera, Recorder, Fernseher),Unterrichtsmedien, PC, Beamer
  • Allgemeine Tätigkeiten
  • Statistik: Erhebung von statistischem Datenmaterial
  • Aufbereitung und Darstellung des erhobenen Datenmaterials
  • Statistische Berechnungen nach Vorgaben der Psychologen
  • Verwaltungs- und Büroarbeiten
  • Auswertung von Fachliteratur (teilweise in Englisch) nach Anweisung
  • Materialsammlung zur Gesundheitsbildung
  • Erstellen von Folien u. Grafiken zur Patientenschulung
  • Datenaufbereitung und -verwaltung
  • Programmanwendung
  • Materialverwaltung, Psychologische Tests, Untersuchungs- und Informationsmaterial etc.
  • Allgemeine Schreibarbeiten

Wie durch diese Aufzählung deutlich wird, gibt es im Bereich der Psychologie viele einzelne Arbeitsschritte, die bei der psychologischen Arbeit anfallen. Der Beruf des Psychologen ist sehr komplex und vielschichtig. Neben der klinischen Psychologie haben sich in den letzten Jahrzehnten viele andere Arbeitsfelder für Psychologen etabliert. Es gibt heute viele Schnittstellen mit anderen Fachbereichen, Professionen und Anwendungsfelder. Es ist also nicht überraschend, dass die Aufgaben eines psychologisch-technischen Assistenten von einfachen Schreibtätigkeiten und Vorbereitungen über fachliche Recherche bis hin zur Versuchsdurchführung und Betreuung von Probanden und Patienten reicht.

Ausbildungsmöglichkeiten:

Der in den 1970er Jahren entstandene Gesundheitsfachberuf des psychologisch-technischen Assistenten, kurz PsTA, kann nicht grundständig erlernt werden sondern nur im Rahmen einer Weiterbildung. Sie wird von unterschiedlichen privaten Bildungseinrichtungen angeboten und dauert in der Regel zwei bis zweieinhalb Jahre, kann berufsbegleitend absolviert werden und schliesst mit einem Zertifikat ab. In der Regel beinhaltet sie 220 bis 240 Unterrichtsstunden und findet vorwiegend am Wochenende statt.

Eine organisierte Arbeitsweise, freundliche Umgangsformen und Einfühlungsvermögen sind Kernkompetenzen für diesen Beruf. Menschen, die bereits eine Ausbildung mit medizinischem, sozialen, psychologischen Schwerpunkt haben sind besonders geeignet, es gibt aber auch die Möglichkeit als Quereinsteiger in diesen Beruf zu wechseln. Die Tätigkeitsfelder sind sehr vielfältig und der Beruf des psychologisch-technischen Assistenten beinhaltet viel Kontakt mit anderen Menschen. Neben der Vermittlung psychologischer Grundlagen beinhaltet die Weiterbildung die psychologisch-technische Qualifizierung.

Das Bachelorstudium Psychologie qualifiziert ebenfalls für die Tätigkeit, sodass Absolventen diesen Beruf auch ohne Masterabschluss ausüben können. Sie arbeiten dann vorwiegend mit höher qualifizierten Psychologen zusammen, die über einen Master of Science verfügen oder im Bereich der Wissenschaft angesiedelt sind. Da bereits im Bachelorstudium viel Wissen über statistische Themen und Umgang mit Erhebung, Analyse, Aufbereitung und Anwendung von Daten aus psychologischen Erhebungen angeeignet wird, benötigen Bachelorabsolventen (B.Sc. Psychologie) keine Weiterbildung im psychologisch-technischen Bereich. Der Beruf psychologisch-technische/r AssistentIn ermöglicht eine vielseitige und spannende berufliche Existenz.