Störungsspezifische Schematherapie – Anwendung im stationären Setting – Yvonne Reusch und Matias Valente – Beltz – Rezension

0

Das Buch ist im Beltz Verlag erschienen und hat inklusive Literatur- und Sachwortverzeichnis 219 Seiten.

Es beginnt mit einer Einführung und erklärt, was dieses Buch bietet und was nicht. Wer sich noch nie mit dem Thema Schematherapie auseinander gesetzt hat wird auf andere Bücher verwiesen.

Wie der Titel schon sagt, geht es vor allem um die Anwendung in einem stationären Setting.

Mir was die Schematherapie bereits aus dem Studium und diversen Praktika ein Begriff, sodass mir die kurze Einleitung mit einem Überblick über die wichtigsten Aspekte dieser Therapieform absolut gereicht hat. Es ist übersichtlich und fasst die wichtigsten Thesen zusammen.

Den größten Teil des Buches nehmen die störungsspezifischen Anwendungen ein.

Positiv fand ich, dass ein kurzer Überblick über das jeweilige Störungsbild gegeben wurde. Anschließend wurden Vor- und Nachteile gängiger Therapieverfahren im Vergleich zur Schematherapie elaboriert, bevor ein umfassendes Fallbeispiel den therapeutischen Prozess veranschaulichte. Sehr anschaulich wurde dabei die Biografie und Problematik der Patienten aufgeschlüsselt und ein Behandlungsplan so wie exemplarische Gespräche abgebildet.

Die konkreten Fallbeispiele und die niedergeschriebenen Gespräche nehmen viel Raum ein, gerade die Modusmodelle werden anschaulich mit Grafiken dargestellt.

Die Zusammenfassung der jeweiligen Kapitel hätte für meinen Geschmack hingegen etwas ausführlicher sein können.

Das Buch behandelt die gängigen Störungsbilder Borderline Störung, Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Panik-, Zwangs- und Essstörungen sowie somatoforme Störungen.

Anschließend widmet sich das nächste Kapitel der Anwendung der Schematherapie in Gruppen. Es finden sich dort einige Übungen, die sehr vielversprechend und interessant klingen.

Das Buch belegt die Wirksamkeit der Schematherapie an vielen Stellen mit Studien und Quellen und macht auch Kontraindikationen und Schwierigkeiten klar, was ich sehr wichtig finde.

Besonders das letzte Kapitel widmet sich mit kritischem und realistischem Blick den Herausforderungen eines stationären Settings. Auch hier gibt es zur Veranschaulichung wieder viele Fallbeispiele.

Insgesamt ist das Buch sehr flüssig und anschaulich geschrieben, übersichtlich gegliedert und mit vielen interessanten Fallbeispielen und Übungen gespickt.

Für alle, die sich näher mit der Schematherapie und ihrer störungsspezifischen Anwendung auseinandersetzen möchten, ist das Buch zu definitiv zu empfehlen. Um die theoretischen Hintergründe und die Theorie hinter der Therapie zu verstehen, würde ich es allerdings nicht empfehlen.