Psychologische Psychotherapie im Wandel

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Die Psychotherapie Ausbildung hat in den letzten Jahren einen großen Wandel erfahren. Vor allem die neuen Abschlüsse Master und Bachelor haben für die Ausbildung von Psychotherapeuten neue Impulse gesetzt. Und auch die Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendtherapeuten ist kürzlich durch eine Gesetzesänderung modifiziert worden.

Wie Ausbildungsinstitute darauf reagieren und diese Änderungen einschätzen erfahren Sie übrigens auch im Interview, das wir kürzlich mit Dipl.-Psych. Martin Bärsch-Klötzke – Ausbildungsleiter des Zweiges für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie der Christophsbad-Akademie für Psychotherapie in Göppingen führten!

Auch die Eingangsvoraussetzungen für die Ausbildungszulassung sind unterschiedlich. Derzeit wird bei der Psychotherapieausbildung klar zwischen den beiden Berufsgruppen des Psychotherapeuten und dem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten unterschieden. Während der Psychotherapeut zuvor Medizin oder Psychologie studiert haben muss, können sich auch Sozialpädagogen oder Pädagogen für den Studiengang des Kinder- und Jugendpsychotherapeuten einschreiben.

Die neuen Studienabschlüsse sorgen zudem dafür, dass die Gewichtung zwischen Theorie und Praxis verschoben wird. Das Psychotherapeutengesetz schreibt ausdrücklich vor, wie viele theoretische und praktische Unterrichtsstunden ein Psychotherapeut ableisten muss, um zu promovieren. Doch vor allem die zeitliche Verkürzung der Studiengänge verschieben dieses Gleichgewicht in Richtung Theorie. Die praktische Ausbildung eines Psychotherapeuten ist jedoch maßgeblich für seine Kompetenz verantwortlich. Praktische Arbeiten in Psychiatrien, die behandelten Patienten und nicht zuletzt die Möglichkeit, einige Therapien selbst erfahren zu haben, bildet das Verständnis, dass ein Psychotherapeut für seine Patienten aufbringt.

Die Psychotherapie Ausbildung ist an mehreren Stellen möglich. Zum einen wird diese Zusatzausbildung an Universitäten angeboten. Zugleich gibt es verschiedene Fachschulen, die berechtigt sind, Psychotherapeuten auszubilden. Die Ausbildung dauert wenigstens 3 Jahre. Die Ausbildungsinhalte sind in der Ausbildungsverordnung des Psychotherapeutengesetzes eindeutig festgeschrieben. Nur Institute und Universitäten, die diese Verordnung einhalten, dürfen diese Zusatzausbildung durchführen. Zum theoretischen Unterricht gehört vor allem die praktische Arbeit in Krankenhäusern oder Praxen. Hier müssen die angehenden Psychotherapeuten eine festgelegte Anzahl von Patienten dokumentiert behandelt haben, bevor sie promovieren können. Um sich in die Welt der Patienten einzufühlen sind auch geführte Selbsterfahrungen notwendig. Viele Therapien lassen sich simulieren. Vor allem Rollenspiele, Gruppentherapien oder auch Konfrontationstherapien gehören zu den Therapieformen, die ein Psychotherapeut im Zuge seiner Ausbildung persönlich durchläuft.

Die Psychotherapie ist ein weites Feld. Während der Ausbildung werden daher nicht nur die allgemeinen Grundkenntnisse vermittelt. Eine fachliche Spezifizierung ist sinnvoll, um gezielt Patienten mit bestimmten psychischen Krankheiten zu behandeln. Diese Spezifizierung zieht sich auch durch die praktische Tätigkeit während des Studiums. Die gesamte Studienzeit hindurch lernen die angehenden Psychotherapeuten einen menschlichen, empathischen Umgang mit den Patienten. Sie müssen sich in die Situation des Patienten einfühlen können, um die Probleme gemeinsam mit ihren Patienten bearbeiten zu können. Selbsterfahrungsrunden und eigene Behandlungen mit Supervision sorgen dafür, dass der Psychotherapeut die praktische Seite des Berufs im Sinne des Patienten erlernt. Für diese Empathie sorgen zum einen die über 1.000 Stunden, die ein Psychotherapeut in der stationären Tätigkeit verbringt, als auch die etwa 600 Stunden ambulanter Arbeit, die den praktischen Teil der Ausbildung bilden.