Musiktherapie Zusammenfassung

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Musiktherapie

7. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse

Ich würde sagen, daß Musik durchaus den „Weg zur Seele” ebnen kann. Die zahlreichen Versuche mit Musik, zeigen doch, daß Musik stark Einfluß auf unseren Körper und Psyche ausübt. Die Erläuterungen zur Wirkung der Musik auf den menschlichen Körper zeigen, daß Musik die lebenserhaltenden und lebenssteuernden Organe beeinflussen. Das läßt sich gezielt in der Praxis einsetzen. Die Durchblutung, auch die des Gehirns/ kann gefördert werden, und die Atmung kann gezielt reguliert werden. Psychische Beeinflussung durch das Musizieren oder Hören von Musik sind ebenfalls nachgewiesen. Depressive zeigen neben den psychischen Symptomen ja auch körperliche Leiden, das Krankheitsbild ist also umfassend. Genau deshalb empfiehlt sich der Einsatz von Musik hier, weil auch die Musik umfassend auf Körper und Psyche wirkt.
Ich bin der Meinung, daß die Musiktherapie in der Form, wie ich sie beschrieben habe, psychisch gestörten Menschen und gerade den Depressiven sehr helfen kann. Durch das analytische Musiktherapieverfahren, wie von Anne Prestley beschrieben, lassen sich sehr gut unterbewußte, unterdrückte innere Konflikte an die Bewußtseinsoberfläche holen. Hier ist mir aufgefallen, daß der Therapeut nicht nur musikalische und psychologische Kenntnisse haben muß, sondern auch ein sehr feinfühliger Menschenkenner sein muß, um die aufkommenden Gefühle des Patienten zu erkennen und auch richtig zu „handln”.
Im Rahmen meiner Arbeit habe ich festgestellt, daß es in etwa so viele Richtungen der Musiktherapie gibt, wie es Musiktherapeuten gibt. Jeder von ihnen scheint sich als eine Art Pionier in Sachen Musiktherapie zu verstehen. Die Musiktherapie ist heute, trotzdem sie schon immer in der Geschichte angewandt wurde, nicht zu einer einheitlichen wissenschaftlichen Form zusammengefaßt. Daß es auf dem Gebiet der Musiktherapie noch viel zu erforschen gibt, darauf weisen auch die Kommentare und Anmerkungen der Autoren hin. Die Bücher, die ich bei meiner Arbeit zur Verfügung hatte (siehe Literaturliste), sind alle samt in einem -^ sehr fachspezifischen Stil gehalten. Um die Ausdrücke und Ausführungen dieser Autoren (gleichzeitig auch Therapeuten) zu verstehen, muß man musikalische Kenntnisse haben. Daß die bei mir vorhanden sind, kam mir dabei zugute.
Es gibt in Deutschland nur ganz wenige Ausbildungsmöglichkeiten zum Musiktherapeuten und die meisten davon sind Anschluss-Studiengänge, die eine vorhergehende Ausbildung erfordern. Musiktherapeuten gibt es also nicht gerade wie Sand am Meer, und so ist es auch kein Wunder, daß die Musiktherapie so wenig verbreitet ist. Aber trotzdem lassen sich doch Erfolge in der Behandlung von Depressiven finden. Obwohl die Meinungen der verschiedenen Autoren über die beim Depressiven anzuwendenden Verfahren auseinander gehen, hat doch jeder Erfolg mit seiner Methode.
Ich bin der Meinung, daß Musiktherapie große Heilmöglichkeiten bietet» ^ Mich wundert, daß es nur so wenig Musiktherapeuten gibt und würde es für sinnvoll halten, wenn diese Therapieform sich weiterentwickelt und größere Ausmaße annehmen würde!

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