Basiswissen: Glückspielsucht von Sascha Lutz – Psychiatrie Verlag – Rezension

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Der Autor hat sich mit einem speziellen Thema – der Glücksspielsucht – beschäftigt, welche in der Gesellschaft sicher noch nicht so als Problem anerkannt wird wie andere Suchtformen oder Erkrankungen. Der Autor gibt wichtige und vielfältige fachliche Informationen getreu dem Titel “Basiswissen” an den Leser weiter, bringt aber gleichzeitig persönliche Erfahrungen mit den Betroffenen ein, da er bereits langjährig in der Suchtkrankenhilfe tätig ist.

Obwohl das Buch mit 142 Seiten im Gegensatz zu anderen Fachbüchern nicht so umfangreich ist, werden viele wichtige Aspekte zur Thematik, wie z. B. Diagnostik, Rechtzeitiges Erkennen, Hilfreiche Beratungsmethoden und Unterstützung und Hilfe angesprochen, so dass sich insgesamt elf Kapitel ergeben. Es fällt positiv auf, dass die Inhalte der Kapitel sehr sachlich und prägnant dargestellt werden. Am Ende eines Kapitels gibt es eine Art Merksatz zum abgehandelten Thema, der ins Auge fällt, da er fett gedruckt ist und eine Zusammenfassung bietet. Bei einigen Kapiteln gibt es rechts am Rand nochmal fett gedruckte Schlagwörter, die deutlich machen worum es im nächsten Abschnitt geht.

Zur Verdeutlichung bestimmter Aspekte werden an der einen oder anderen Stelle Abbildungen eingebracht. Inhaltlich sind sie gut und hilfreich. Allerdings sind sie sehr klein und wenig ansprechend dargestellt. Eine angemessene Schriftgröße, farbliche Abstufungen oder besondere Markierungen würden zu einer besseren Veranschaulichung beitragen.

Die Erklärung von Zahlen aus Studien (Thema “Komorbidität zu anderen Störungen”) und von (Stufen-)Modellen (z. B. das Rubikon-Modell) wird im Buch als reiner Text vorgenommen. Zur Verdeutlichung der Zahlen, einzelner Schritte bzw. Punkte erscheint eine Darstellung in Tabellenform oder Übersicht mit Erklärungen/Beispielen besser. Der Inhalt wird dadurch präsenter und einprägsamer als das man weiterhin fortlaufend nur im Text liest.

Für Personen, die mit dem Thema noch nichts oder nur wenig zu tun hatten, die aber interessiert sind oder sogar in die Arbeit mit Betroffenen einsteigen wollen, sind die eingefügten, kurzen (Erfahrungs-)Berichte von Betroffenen sehr aufschlussreich. Davon könnte es gern noch mehr geben und auch von Fortschritten bzw. Rückschlägen in der Beratungsarbeit berichtet werden.

Die Methoden, um in der Beratungsarbeit anzusetzen und voranzukommen, z. B. „Zielvereinbarung nach den SMART-Kriterien“, „Erarbeitung des sozialen Netzwerkes der betroffenen Person“, könnten und sollten entweder anhand eines allgemeinen Beispiels oder noch besser anhand eines konkreten Fallbeispiels in einem Schema aufgegriffen und erklärt werden. Sie werden erneut nur im Text erwähnt und es besteht die Gefahr, dass diese hilfreichen Aspekte beim Weiterlesen schnell in Vergessenheit geraten.

Der Autor möchte anderen Beratenden/Therapeuten Unterstützung bieten, in dem er „geeignete Fragestellungen für die Beratung“ einbringt. Diese sind grundsätzlich gut und hilfreich, aber sie sollten im Buch noch mehr zur Geltung kommen, entweder in dem sie im Text noch mehr hervorgehoben werden oder in dem ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet wird.

Als Einstieg in die Thematik “Glücksspielsucht” ist es ein gelungenes Buch. Die Verdeutlichung und Veranschaulichung der Inhalte geht allerdings teilweise in der überwiegend gewählten Textform unter. Empfehlenswert ist zwischendurch der Einsatz von farblichen Abbildungen, Tabellen und Schemata, um das Geschriebene nochmal hervorzuheben und einprägsamer zu machen. Für einen tieferen Einblick kommen wichtige Aspekte wie „Behandlung“ und „Einbezug von Angehörigen“ etwas zu kurz, hierfür lohnt sich der Blick in weitere Fachliteratur.