Beruf Psychologe, das Berufsbild – ein Überblick

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Als Psychologe / Psychologin werden Menschen bezeichnet, die über ein abgeschlossenes Psychologie Studium verfügen. Der tatsächliche Tätigkeits- und Arbeitsbereich eines Psychologen/einer Psychologin kann sich dabei vielseitig gestalten. Ein Psychologe kann beispielsweise in der Forschung und Lehre arbeiten, in der Wirtschaft tätig werden, in der Verwaltung arbeiten oder auch nach Absolvieren einer Zusatzausbildung in der Psychoanalyse tätig werden.

Begriffliche Abgrenzung

Im allgemeinsprachlichen Gebrauch wird der Begriff „Psychologe“ bzw. „Psychologin“ meist generell für Menschen verwendet, die in irgendeiner Form ein psychologisches Studium abgeschlossen haben. Meist wird der Begriff fälschlicherweise dabei jedoch für den Berufsstand des Psychoanalytikers oder des Psychiaters verwendet.

Worin besteht die Arbeit eines Psychologen?

Die Arbeit eines Psychologen/einer Psychologen lässt sich im Generellen in ein theoretisches und in ein praktisches Tätigkeitsfeld untergliedern.

Grundlegend ist dabei immer das empirische Herangehen an die Aufgaben und Fragestellungen dieser Forschungsdisziplin. Dazu bedient sich ein Psychologe/eine Psychologin der Methoden dieses Fachgebiets, wie etwa der Statistik oder auch der Methoden der Neurowissenschaften. Zur theoretischen Arbeit zählen dabei unter anderem das Aufstellen von Hypothesen und gegebenenfalls daraus resultierend das spätere Ableiten von Theorien und Modellen.

Der Psychologe/die Psychologin führt in seinem wissenschaftlichen Arbeitsbereich dann beispielsweise Forschungsreihen durch, um etwa eine Hypothese zu belegen.

Darüber hinaus gehört es zur praktischen Tätigkeit eines Psychologen, Diagnosen zu erstellen, Interverntionsverfahren zu entwickeln und durchzuführen, psychologische Beratungsgespräche zu führen oder auch – je nach persönlicher Ausrichtung/Weiterbildung – in der klinischen Psychologie zu arbeiten.

Kann ein Psychologe auch als Psychotherapeut/Gutachter/Berater/etc. arbeiten?

Ganz grundsätzlich kann diese Frage mit „ja“ beantwortet werden, allerdings ist zu nahezu jeder Ausübung einer Tätigkeit, die in irgendeiner Verbindung mit der Psychologie im Generellen steht, eine entsprechende Weiterbildung notwendig. Wenn auch der Volksmund bei den unterschiedlichsten Berufsbildern von einem „Psychologen“ bzw. einer „Psychologin“ spricht, so handelt es sich in den allermeisten Fällen jedoch um Spezialisierungen, die an ein grundlegendes Psychologie-Studium angeschlossen werden müssen. Im Folgenden eine Auflistung der häufigsten Einsatzbereiche eines/einer spezialisierten Psychologen/Psychologin:

  • Psychotherapeut
  • Personalmanagement
  • Marktforschung
  • Psychologe/Psychologin im Strafvollzug
  • Beratungsstellen (Jugendberatung, Familienberatung, Drogenberatung, etc.)
  • Schulpsychologen
  • Lehrer für Psychologie, zum Beispiel an Berufsfachschulen oder Fachoberschulen

Ein Psychologe/eine Psychologin ohne entsprechende Spezialisierung wird in den allermeisten Fällen in der universitären oder klinischen Forschung arbeiten und damit einhergehend auch nicht selten einem Lehrauftrag an einer Hochschule nachkommen. Bei einer solchen Tätigkeit stehen neben der Lehre an sich etwa die Entwicklung von Testverfahren, die Auswertung von Forschungsreihen und ähnliche Aufgaben im Mittelpunkt.

Darüber hinaus kann ein Psychologe/eine Psychologin auch als Sachverständiger/Gutachter tätig werden, um etwa bei Gericht die Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen oder ähnliche Sachverhalte zu überprüfen und zu bewerten.

Psychotherapeut – Welche Aufgaben hat er und wobei kann er helfen

 Auf einen Blick: Als Psychotherapeut oder Psychotherapeutin werden Personen verstanden, die den Beruf der heilkundlichen Psychotherapie ausüben und dabei verschiedene Arten von Therapien einleiten und durchführen. Generell unterscheidet man dabei in drei verschiedene Berufsgruppen: Die Psychologischen -, die Ärztlichen – und die Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. Bei der Ausübung des Berufs bedient sich der Psychotherapeut/die Psychotherapeutin dabei verschiedener psychologischer Verfahren, die im Zuge einer Therapie zum Einsatz kommen. Bestandteil der Therapie können dabei Gespräche (Patient mit Psychotherapeut, Gruppengespräche), Verhaltenstherapien oder auch medikamentöse Behandlungen sein.

Die Aufgaben eines Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin

Im Gespräch mit dem Patienten während einer Therapie und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen behandelnden Ärzten/Therapeuten geht der Psychotherapeut zunächst den Ursachen für psychosomatische Krankheiten, Verhaltensstörungen, Essstörungen oder auch Leidenszustände/Depressionen auf den Grund. Der Psychotherapeut/die Psychotherapeutin stellt dabei gezielte Fragen, um etwa nach unter- oder unbewussten Ursachen für die entsprechenden Disfunktionen zu suchen, die etwa in der Kindheit oder in einem späteren Trauma begründet liegen können. In der Therapie werden dann mit verschiedenen Maßnahmen die Bewältigung von unverarbeiteten Traumata sowie die Auseinandersetzung mit Problemen und ähnlichem angestrebt. Die Therapie folgt somit der Diagnose, der Psychotherapeut/die Psychotherapeutin gestaltet sie individuell für jeden Patienten. Gegebenenfalls kann der Psychotherapeut bei der Therapie Medikamente, wie etwa Antidepressiva, begleitend und unterstützend einsetzen.

Juristischer Aspekt

Seit 1999 ist die Bezeichnung Psychotherapeut/Psychotherapeutin gesetzlich geregelt, bzw. geschützt. Lediglich ein Psychologischer -, Ärztlicher – und Kinder- und Jugend-Psychotherapeut darf diese Berufsbezeichnung führen und dementsprechend eine Therapie einleiten.

Ein Heilpraktiker mit Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie gemäß Heilpraktikergesetz darf sich hingegen nicht als reiner Psychotherapeut bezeichnen, sondern muss auf den eigentlichen Berufsstand des Heilpraktikers verweisen.

Diese gesetzliche Regelung soll der Verdeutlichung dienen, dass der Psychotherapeut die entsprechende Approbation trägt und ein Hochschulstudium im Fach Psychologie oder Medizin abgeschlossen hat und somit dazu berechtigt ist, eine fachkundige Therapie einzuleiten und durchzuführen sowie die entsprechenden Diagnosen zu stellen.

Die verschiedenen Qualifikationsarten des Psychotherapeuten

Psychologischer Psychotherapeut/Psychotherapeutin:

Unter dieser Berufsbezeichnung versteht man zunächst einen Hochschulabschluss in Psychologie (Magister oder Diplom), der um eine mehrjährige Weiterbildung im Bereich der Psychotherapie ergänzt wurde. Diese Zusatzausbildung muss mindestens 3 (Vollzeit) bzw. 5 Jahre (Teilzeit dauern) und darf nur absolviert werden, wenn das Fach Klinische Psychologie Bestandteil des Studiums war. Erst nach dieser langwierigen Ausbildung darf der Therapeut jegliche Art angebrachter Therapie einleiten.

Ärztlicher Psychotherapeut:

Ein ärztlicher Psychotherapeut ist ein solcher, der ein Medizinstudium abgeschlossen hat und anschließend eine psychotherapeutische Weiterbildung absolviert hat. Diese Weiterbildung ist jedoch 7-10 mal kürzer als die Weiterbildung nach einem Psychologie-Studium. Der Weg zum ärztlichen Psychotherapeut, der eine Therapie oder Behandlung verordnet, kann also gegebenenfalls deutlich schneller absolviert werden.

Kinder- und Jugendpsychotherapeut:

Psychologen und ausgebildete Ärzte können sich nicht nur generell zu einem Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin weiterbilden lassen, sondern im Speziellen auch zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. Daneben steht diese Weiterbildung auch Pädagogen, Musiktherapeuten und Sozialpädagogen offen, sofern sie ihr Studium mit dem akademischen Grad des Diploms bzw. des Masters beendet haben.

Heilpraktiker für Psychotherapie:

Heilpraktiker für Psychotherapie legen beim Gesundheitsamt eine Prüfung ab und haben so die Erlaubnis heilkundlich im Bereich der Psychotherapie tätig zu werden. Der zugang zur Ausbildung ist ohne Abitur möglich. Die Ausbildung findet an Heilpraktikerschulen oder in Fernkursen statt.

Vielfältige weitere Tätigkeitsfelder

Psychologen sind zwar schwerpunktmässig im therapeutischen Bereich tätig. Aber wachsend gibt es einen Bedarf und auch entsprechende Ausbildungsangebote anderer Schwerpunkte.

Sehr etabliert ist der Bereich der Wirtschaftspsychologie. Hier geht es um verschiedenste Aspekte des Verhaltens und Erlebens in der Arbeitswelt und in der Marktwelt. Es gibt Psychologen, die sind im Gesundheitsschutz, in der Prävention oder Gesundheitsförderung tätig und arbeiten dort als Entspannungstrainer. Vielfältige Einsatzgebiete bestehen im pädagogischen Bereich, psychologische Beratungen in jeglicher Form werden angeboten. Verschaffen Sie sich selbst einen Überblick, indem Sie durch die Artikel dieser Kategorie stöbern!