„Burnout“ – Mit Akzeptanz und Achtsamkeit den Teufelskreis durchbrechen – Michael Waadt und Jens Acker – Hogrefe/Huber – Rezension

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Sie sind von Burnout betroffen? … Sie suchen nach praxisnahen und wirkungsvollen, ganzheitlichen Methoden für ihre Tätigkeit als Trainer, Therapeut, Coach? … Sie möchten sich umfassend zum Thema informieren? …
Hier kommt das Buch Ihrer Wahl!

Die Autoren: Michael Waadt ist Jahrgang 1961. Nach dem Studium der Philosophie, Psychologie und Mathematik in München folgten Coaching und Therapieausbildung sowie eine Meditationsausbildung am Institut für Achtsamkeit. Waadt ist ACT-Therapeut und Leiter des Münchener Instituts für Arbeit und seelische Gesundheit. Er besitzt zudem Führungserfahrung und war als Berater in verschiedenen Unternehmen tätig.

Jens Acker ist Arzt. Nach dem Medizinstudium in Nürnberg folgte die Facharztausbildung in Neurologie und Psychiatrie und ein berufsbegleitender Studiengang zum MBA Health and Management. Er ist Spezialist für Diagnose und Therapie stressbezogener Erkrankungen. Er leitet als Oberarzt eine Tagesklinik in der Schweiz, die Spezialangebote für Menschen mit depressiven Störungen und Burnout bereithält.”

Inhalt: Das Burnout-Syndrom trifft immer mehr Menschen in unserer hektischen und auf Leistung getrimmten Welt. Die Autoren zeigen, wie Betroffenen mit der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) nachhaltig geholfen werden kann – und wie man gezielt einem drohenden Burnout vorbeugen kann. Es wird davon ausgegangen, dass der, als „Burnout“ bezeichnete Symptomkomplex eine Stresserkrankung ist.
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist ein Verfahren, das zur sogenannten dritten Welle der Verhaltenstherapien zählt. Sie setzt bei den Kognitionen, den Strategien und beim Autonomieerleben des Individuums an und entfaltet dadurch gerade für die Burnout-Problematik höchste Wirksamkeit.

Im ersten Teil des Buches zeigen die Autoren, wie Burnout entsteht, welche Faktoren, psychisch wie neurobiologisch dem Symptomkomplex zugrunde liegen und welche Auswirkungen dies bei den Betroffenen haben kann. Das Stressmodel von Lazarus bildet hierbei die Basis der Betrachtungen.
Danach wird aufgedeckt, wie Burnout, aus der ACT-Perspektive, entsteht und wie es gelingt, mit Hilfe von Achtsamkeit und Akzeptanz den verhängnisvollen Kreislauf zu durchbrechen und ein reiches, erfülltes und selbstbestimmtes Leben zurückzugewinnen.
Die ACT, beruhend auf 6 Säulen, wird dem Leser sehr genau dargestellt.
Im Folgenden erhält der Leser den beeindruckenden Leitfaden zur sanften und nachhaltigen Auflösung seiner Probleme. Beginnend mit dem Anlegen eines „Stresstagebuchs“ und der Erläuterung dessen Handhabe, wie der Ordnung der Gedanken und Gefühle, anhand von Meditation und verschiedenen Achtsamkeitsübungen, bringen die Autoren Licht in den umfangreichen Themenkomplex.
Auch ein detaillierter Aufbau einer „Inneren Reise“ mit Zielfindung und schrittweisen Entspannungssequenzen fehlt hierbei nicht.
Am Beispiel der fiktiven Person „Sandra D.“ wird anschaulich und praxisnah der Verlauf von Entstehung, Therapie und deren Wirksamkeit detailgenau beleuchtet. Zahlreiche Übungen, Leitfäden und Gedankenanstösse begleiten den Therapieverlauf der sich aus den folgenden Teilschritten zusammensetzt:
Akzeptanz – der Betroffene lernt hier, anzunehmen, was ist
Das Selbst als Kontext – Der Betroffene beleuchtet das Ich aus verschiedenen Perspektiven und schafft eine neue Betrachtungsweise des „Wer bin ich?“
In Schritt 3 folgen Übungen zum Thema: Lebenswerte. Analysiert wird hier, was dem Leben Bedeutung gibt und welches Wertesystem dem Leben zugrunde liegt.
In der Phase „Commitment“ lernt der Mensch seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen

Der Aufbau der Therapiesequenz wird durch die „Tagebucheinträge der fiktiven Patientin zu einem Abenteuer. Die Autoren haben es geschafft, den Leser auch emotional an ihren Patientencharakter „Sandra D.“ zu binden. Mitfühlend und empathisch wird das Lebensumfeld beleuchtet und die Schwierigkeiten der Patientin realistisch dargestellt. Ein Fallbeispiel, obwohl konstruiert, das den Leser abholt und als Therapeuten herausfordert. Zudem ist man geneigt, auch selbst an den vorgeschlagenen Übungen teilzunehmen, deren ganzheitlicher Wert für ein ausbalanciertes Leben sich dem Leser sofort erschließt.
Im Schlussteil des Buches werden, mit ebenfalls beispielloser Praxisbezogenheit, Wege der Prävention aufgezeigt. Die unterstützenden Aspekte von Ernährung, Entspannung und Bewegung finden dabei genauso Berücksichtigung, wie auch die Betrachtung der eher negativen Auswirkungen von Sucht- und Aufputschmitteln.
Ein umfassendes Verzeichnis der Übungen in farbig markierten Kästen und eine umfangreiche Linkliste runden das Werk ab.

Fazit: Ein Buch das praxisbezogen hilft Burnout aus medizinischer und psychischer Sicht ganzheitlich zu verstehen. Die zahlreichen Fallbeispiele machen die Inhalte greifbar. Viele der Übungen (Reflexionen, Achtsamkeitsübungen, Protokolle…) können jederzeit in eigene Therapieansätze eingebunden werden. Im Selbsttest, sowie in Teilen als Ergänzung zu Coachings und Therapie bei Burnout und Depressionspatienten in eigener Praxis haben sie, erwiesenermaßen, stresslindernd gewirkt.
Ein in allen Teilen gelungenes Werk der kompetenten Autoren. Praxisnah aufgebaut, sympathisch vermittelt und perfekt recherchiert.

Durch die, den Leser ansprechenden Formulierungen und den praktischen Nutzen erfolgt an dieser Stelle eine absolute Kaufempfehlung dieses überaus empfehlenswerten Buches für Betroffene, Therapeuten und Coachs.