Burn Out Syndrom

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Das Burn-out-Syndrom ist in aller Munde. Nicht nur viele Angestellte leiden darunter, sondern auch immer mehr Prominente und Sportler bekennen sich, an dieser Art des Erschöpfungssyndroms erkrankt zu sein. Eine der Hauptursachen für das Burn-out-Syndrom ist die Verdichtung der Arbeit und zunehmender Leistungsdruck am Arbeitsplatz. Das gilt insbesondere deshalb, da der eigene Job wegen der insgesamt angespannten Situation am Arbeitsmarkt gesichert werden muss. Aber es ist nicht nur der Stress, der von außen an die Menschen herangetragen wird, sondern das Burn-out-Syndrom kann auch durch zu hohe selbst gesteckte Ziele entstehen. Schnell fehlt die Energie, um die erwünschte Leistung zu erzielen.

Der Begriff „Burnout Syndrom“ leitet sich vom englischen Verb „to burn out“ (dt.: ausbrennen) ab und wird dementsprechend im Deutschen häufig auch als ein „Ausgebranntsein“ bezeichnet. Dabei handelt es sich grob vereinfacht um eine starke Erschöpfung auf mehreren Ebenen (emotional, psychisch, körperlich), mit der eine unterschiedlich stark ausgeprägte, verminderte Leistungsfähigkeit einhergeht. Das Burnout Syndrom tritt in den meisten Fällen mit beruflicher Überlastung oder starker Unterforderung einher, die ebenfalls verschieden stark ausgeprägt sein kann und sich anhand unterschiedlichster Situationen und Arbeitsbedingungen entwickeln kann. Das Burnout Syndrom ist keine international anerkannte Krankheit, sondern wird im ICD-10 als „Problem der Lebensbewältigung“ klassifiziert. Gleichzeitig wird ein Burnout viel eher als ein Endzustand einer längerfristigen Entwicklung als eine sich entwickelnden Krankheit selbst betrachtet.

Burn-out-Syndrom: Bedeutung

Im wörtlichen Sinne heißt Burn-out-Syndrom eigentlich nichts anderes, als ausgebrannt zu sein. Menschen, die in sozialen Berufen tätig sind, sind bisher am meisten betroffen. Doch generell kommt das Burn-out-Syndrom immer überall dort zum Vorschein, wo Menschen jeden Tag großen Stress und Zeitdruck unterliegen. Das wiederum trifft auf viele andere Berufe und Tätigkeitsfelder zu. Auch Mütter leiden unter diesem Syndrom, denn sie sind oft viel Stress und Zeitdruck ausgesetzt und bekommen zudem häufig nur sehr wenig Schlaf.

Das Burn-out-Syndrom ist ein Zustand seelischer und geistiger Erschöpfung, der sich zum einen über Wochen, bei manchen Menschen aber auch über Jahre hinaus hinziehen kann. Wenn man es umgangssprachlich bezeichnen würde, könnte man auch ganz einfach sagen: Die Akkus sind leer. Der Betroffene hat keine Kraft mehr, um seinen Alltag zu bewältigen.

Hilft Entspannung?

Meist ist der Wille, seine Arbeiten auszuführen zwar da, der Geist und der Körper versagen aber ihre Dienste und können diese Arbeit nicht mehr leisten. Wenn man lediglich nur erschöpft ist, was ein ganz normaler Zustand ist, dem kann mit einem kleinen Urlaub und etwas Entspannung schon durchaus geholfen sein. Wer am Burn-out-Syndrom leidet, dem hilft meistens kein Urlaub mehr. Denn der Betroffen kann keinen Gang mehr zurückschalten. Er ist zu überdreht und kann sich durch den Druck, den er sich persönlich macht, nicht mehr entspannen und wird somit wahrscheinlich auch nach einem Urlaub an dem Burn-out-Syndrom leiden. Wichtig ist, das Problem an der Wurzel anzupacken. Das kann unter anderem durch eine psychotherapeutische Begleitung geschehen.

Burn-out-Syndrom: Symptome und Krankheitsbild

Das Krankheitsbild des Burn-out-Syndroms ist ein Zustand von chronischer Erschöpfung. Als eine der Hauptursachen ist oft eine berufliche Überlastung zu nennen. Dementsprechend ist es sogar schon als eine Zivilisationskrankheit benannt worden, welche am häufigsten in sozialen Berufsfeldern vorkommt. Zwar ist das Burn-out-Syndrom auch als “Managerkrankheit” bekannt, aber es gibt noch viele weitere Berufsfelder wie die der Lehrer, Ärzte und weitere soziale Berufsfelder, bei denen das Syndrom auch sehr oft in Erscheinung tritt. Durch prominente Sportler ist das Krankheitsbild mehr und mehr in die Öffentlichkeit gekommen.

Burn-out-Syndrom: Ausbruch der Krankheit

Das Burn-out-Syndrom zeigt sich oft erst nach einer lang anhaltenden Phase von Anstrengung. Ein permanentes Engagement zehrt einen bis hin zur absoluten körperlichen und auch geistigen Erschöpfung. Meist bricht genau in einem solchen Augenblick die Krankheit aus. Hat man sich anfangs noch übermotiviert jede Aufgabe von sich selbst als auch von den Kollegen mit aufgebürdet, folgt jetzt daraufhin eine Phase, in der man überhaupt keine Lust mehr hat ,zu arbeiten und sich zu engagieren. Auch zieht man sich dann sehr schnell aus der Öffentlichkeit und seinem Freundeskreis zurück. Es kann auch zu abwechselnden Schuldzuweisungen kommen, bei denen man mal sich selbst die Schuld gibt und dann wiederum anderen die Schuld zuweist.

Burn-out-Syndrom: Symptome

Symptome treten sowohl psychisch als auch seelisch in Erscheinung und sollten immer ernst genommen werden. Denn wenn man früh genug etwas gegen das Syndrom unternimmt, kann man es auch ohne eine medikamentöse Behandlung heilen. Desto früher das Krankheitsbild erkannt wird, desto besser kann man es heilen.

Leidet man unter Symptomen wie Schlafstörungen, Depressionen, ständigen Kopfschmerzen oder man merkt, wie die sozialen Kontakte nach und nach abnehmen, dann ist das bereits ein Warnzeichen. Kommen zu diesen Symptomen dann auch noch ein erhöhter Drogen- und Alkoholgenuss oder man hat sogar Selbstmordgedanken, dann sollte man dringend einen Arzt konsultieren, um dem Burn-out-Syndrom frühzeitig begegnen zu können oder mögliche andere Ursachen medizinisch abzuklären.

Die Entstehung des Burn-out-Syndroms

Das Burn-out-Syndrom beginnt schleichend. Anfang hat man nur den Eindruck, dass man nicht mehr alle Dinge, die man erledigen möchte, unter einen Hut bringen kann. Dass dass man ständig am Ball bleiben muss. Zusätzlich nimmt man wahrscheinlich sogar noch weitere Aufgaben von Kollegen auf und mutet sich so viel mehr zu, als man wirklich alleine schaffen kann. Füllt man die eigenen Energiereserven nicht stetig durch Freizeitbeschäftigungen oder Dingen, die einen entspannen auf, dann gehen die eigenen Kraftreserven immer mehr und mehr dem Ende zu.

Burn-out-Syndrom: erste Anzeichen

Die ersten Anzeichen des Burn-out-Syndroms kommen ganz schleichend nach und nach und zuerst mag man gar nicht vermuten, dass man an dem Burn-out-Syndrom leidet. Man denkt einfach nur, dass man etwas gestresst ist und sich einmal wieder etwas Entspannung gönnen sollte. Aber der Eindruck schwindet mit den steigenden Anzeichen, die das Burn-out-Syndrom nach und nach mit sich bringt. Zuerst kommen chronische Müdigkeit, Ärger und Angstgefühle und dann auch noch Stimmungsschwankungen dazu. Man kann sich nicht mehr so engagieren, wie man es gerne möchte, und ist sehr leicht reizbar. Aus dieser Reizbarkeit kann zudem auch schnell ein aggressives Verhalten werden. Man hat das Gefühl, den Dingen ausgeliefert zu sein und nicht mehr so auf die Reihe zu bekommen, wie man es gerne möchte.

Burn-out-Syndrom: Wie sich Betroffene fühlen

Menschen, die unter dem Burn-out-Syndrom leiden, fühlen sich oft von ihrer Umwelt unverstanden und ziehen sich nicht selten immer mehr und mehr von Freunden, Bekannten und Kollegen zurück. Es tauchen nicht nur körperliche Beschwerden, sondern zudem auch noch starke Selbstzweifel auf. Viele Betroffene geben ihre Hobbys auf, da sie glauben, keine Zeit mehr dafür zu finden. In einigen Fällen kommt ein verstärkter Alkoholgenuss dazu, um sich am Ende des Tages etwas zu beruhigen. Auch exzessive Einkaufstouren können als Begleiterscheinung auftreten, um die innere Leere etwas ausfüllen zu können. Insgesamt kann das Burn-Out-Syndrom durch seelische Überlastungen entstehen.

Die Symptome eines Burnout Syndroms

Anhand der auftretenden Symptome, die in einem Fragebogen oder eine speziellen Burnout Test erfragt und festgehalten werden, stellt der behandelnde Arzt oder Therapeut eine Diagnose. Die Symptome werden heute meist in drei Kategorien unterteilt:

Die Emotionale Erschöpfung

Zu den Symptomen dieser Burnout Kategorie zählen Schwäche, Kraftlosigkeit, Müdigkeit und Ermattung. Eine Motivation kann extrem schwer fallen, im Gegenzug dazu sind die Betroffenen leicht reizbar. Diese Symptome resultieren aus einer längeren Phase der-, bzw. einer permanenten Anspannung (emotional und körperlich)

Die Depersonalisierung

Der Emotionalen Erschöpfung kann eine Distanz der Betroffenen zu ihrem Umfeld (zum Beispiel zu Kunden, Arbeitskollegen, Patienten, etc.) folgen. Zu den Symptomen dieser Burnout Kategorie/Phase zählen Gleichgültigkeit, Zynismus oder auch ein erhöhter sachlicher Bezug zur Arbeit, in Form einer immer ausgeprägteren Routine.

Der Misserfolg

Diese Kategorie kennzeichnet sich vor allem durch das Bewusstsein der Betroffenen, trotz einer Überlastung keine persönlichen oder beruflichen Fortschritte erzielen zu können, und ein Missverhältnis zwischen steigenden Anforderungen und einem gleichzeitigen Gefühl der verminderten Leistungsfähigkeit. Die Betroffenen beginnen, ihre eigene Tätigkeit in Frage zu stellen und deren Sinn anzuzweifeln.

Phasen des Burnout Syndroms

Das Burnout Syndrom kann in eine Vielzahl an Phasen untergliedert werden. Dazu zählen etwa der Drang, etwas beweisen zu wollen, ein extremes Leistungsbestreben, eine Überarbeitung, das Überspielen innerer Konflikte, Zweifel an der Arbeit sowie auch am Umfeld, Rückzug, Verhaltensänderungen, innere Leere und der Versuch, diese durch extremes Verhalten zu überspielen (Sexualität, Essverhalten, Drogen, etc.), Depression bis hin zur Suizidgefahr. Die einzelnen Phasen des Burnout bauen dabei aufeinander auf und resultieren aus einem Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Ressourcen. Dabei kann es sich etwa um eine Unterforderung handeln, in den meisten Fällen sind jedoch sehr hohe Ansprüche an den Arbeitnehmer/Berufstätigen und das Gefühl, diese nicht mehr bewältigen zu können, die Ursachen eines Burnout.

Problematik Burnout

Bezüglich des Burnout Syndroms tritt in der heutigen Gesellschaft eine besondere Problematik auf. Da die heutige Zeit eine sehr schnelllebige und leistungsorientierte ist, kommt es häufig zu Überarbeitung und Ermattung. Viele Ärzte tendieren dabei dazu, die Diagnose „Burnout Syndrom“ sehr schnell – in manchen Fällen sogar zu schnell – zu stellen, ohne andere Ursachen von Symptomen zu überprüfen. Der Grund dafür liegt jedoch auch darin, dass das Burnout Syndrom keine international anerkannte Erkrankung ist.

Therapie beim Burn-out-Syndrom

Die Therapie beim Burn-out-Syndrom richtet sich in erster Linie auch danach, wie stark die Beschwerden sind und welche Beschwerden genau vorliegen. Die Behandlung wird oft für jeden Betroffenen individuell ausgerichtet. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind natürlich auch Heilungschancen. Die Therapieaussichten werden durch die Tatsache stark verbessert, wenn der Betroffene das Burn-out-Syndrom erkannt und auch akzeptiert hat. Ist der erste Schritt erst einmal gemacht, sollte der Betroffene zunächst versuchen, jegliche Stressfaktoren aus seinem Leben zu streichen und sich selbst etwas zu entlasten.

Burn-out-Syndrom: Kurzfristige Entlastung

Damit der Erkrankte sich kurzfristig entspannen kann, können verschiedene Mittel in der Therapie zum Einsatz kommen. So kann beispielsweise Entspannungsübungen wie ein tiefes Durchatmen und Strecken helfen. Die Gedanken sollten möglichst nicht auf den Stressauslösern liegen, sondern die Betroffenen sollten sich zwischendurch gedanklich mit etwas Schönem befassen, um den Kopf ein wenig freizubekommen. Entspannende Musik oder die Gedanken an den nächsten Urlaub können hier sehr hilfreich sein. Es ist wichtig, sich auch selbst gut zuzureden. Man sollte den körperlichen Stress abreagieren, dies kann man beispielsweise durch eine Sportart machen oder einfach im Treppenhaus des Büros ein paar Mal die Treppen hoch- und wieder herunterlaufen.

Burn-out-Syndrom: Mittel- und langfristige Entlastung

Bei Vorliegen eines Burn-out-Syndroms sollten die Betroffenen langfristig Strategien zur Stressbewältigung in Angriff nehmen. Einige Ideen hierfür können autogenes Training, Yoga, Meditation, progressive Muskelentspannung und Bewegungstherapie sein. Zusätzlich sollten die Erkrankten noch versuchen, sich selbst Raum und Zeit für die Dinge zu nehmen, die sie erledigen möchte und sich nicht noch zusätzlich die Aufgaben anderer mit aufladen. Kontakte zu Freunden sollten wieder aufgefrischt werden und die Hobbys sollten wieder Einzug ins Leben erhalten. Auch ein Kurs zum Thema Zeitmanagement kann in diesem Fall sehr hilfreich sein.

Burn-out-Syndrom: Therapie durch einen Arzt und Psychotherapeuten

Bei Anzeichen eines Burn-out-Syndroms sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, um die Schwere der Erkrankung und die Therapie zu besprechen. Verläuft das Burn-out-Syndrom schwer, kann es individuell hilfreich oder unumgänglich sein, eine medikamentöse begleitende Therapie zu beginnen. Hier weiß der Mediziner Rat, in welcher Form und Stärke Arzneimittel zur Therapie des Burn-out-Syndroms notwendig sind. Auch eine psychotherapeutische Behandlung ist in vielen Fällen sinnvoll. Das gilt insbesondere auch, um die Arbeitsfähigkeit baldmöglich wieder herzustellen. Welche Therapie sinnvoll ist, muss im individuellen Fall von einem Arzt entschieden werden.

Behandlung / Prävention des Burnout auch in beruflichen Rahmen möglich

Mit der fehlenden Anerkennung gehen auch eine Vielzahl an verschiedenen Behandlungsmethoden eines Burnout Syndroms einher. Dazu können beispielsweise kognitives Verhaltenstraining, Beratungsgespräche, Entspannungsübungen oder auch das Kommunikationstraining sein. Es hat sich zudem erwiesen, dass eine Modifikation am Arbeitsplatz, wie etwa die Einführung von Feedback-Gesprächen, zu einer geringeren Burnout-Quote geführt hat, bzw. dem Syndrom so sogar vorgebeugt werden kann.