Erziehungsberater / in

0

Der / Die Erziehungsberater / in – vermittelt Eltern und KinderVertrauen und Selbstbewusstsein: Die Erziehungsberatung ist nicht zwangsläufig der psychologischen Beratung zuzuordnen, geht aber häufig mit einer solchen einher. Man unterscheidet in verschiedene Arten der Erziehungsberatung, so kann dies zum Beispiel informell und innerhalb der Familie erfolgen, von einem speziell ausgebildeten Lehrer an einer Schule durchgeführt werden (zum Beispiel als Weiterbildungsangebot oder in akuten Situationen) oder als Angebot von speziellen Erziehungsberatungs-, bzw. Erziehungs- und Familienberatungsstellen wahrgenommen werden. Darüber hinaus gibt es heute sogar einige hochwertige Angebote für Erziehungsberatung im Internet, wenngleich die meisten Ratsuchenden sich bevorzugt an eine Bezugsperson vor Ort wenden möchten.

Wer führt eine Erziehungsberatung durch?

In der Regel führen Sozialpädagogen oder Psychologen die Erziehungsberatung durch, gegebenenfalls kann diese Aufgabe auch von einem speziell ausgebildeten Lehrer übernommen werden. Die allermeisten Berater haben spezielle Ausbildungen zum Erziehungsberater / in absolviert. Deutschlandweit gibt es insgesamt mehr als 1.000 Stellen zur Erziehungsberatung, die von den Trägern, bzw. den Beratungsstellen, kostenlos angeboten wird.

Die Funktionen der Erziehungsberatung

Die Erziehungsberatung dient der Bereitstellung pädagogisch-psychologischen Wissens, mit denen einerseits die Eltern – andererseits aber auch Kinder und Jugendliche in Erziehungsfragen und Fragen des familiären Umgangs beraten werden sollen. Zu solchen Fragestellungen zählen etwa das Auftreten von Problemen in der Schule, das Abkapseln von Freunden und der Familie, das Rebellieren, aggressives Auftreten und ähnliche Problemstellungen. Die Erziehungsberatung hat es sich dabei zum Ziel gemacht, sowohl Eltern als auch die Kinder möglichst frühzeitig zu unterstützen. Ein Aufsuchen einer Beratungsstelle kann also bereits dann sinnvoll sein, wenn erste Verhaltensauffälligkeiten auftreten, die nicht aus einer gewöhnlichen Lebenssituation resultieren.

Darüber hinaus unterstützt der/die Erziehungsberter/in Eltern und Kinder auch in Trennungs- oder Scheidungssituationen.

Zusätzlich bieten viele Elternberatungsstellen präventive Leistungen an. Dazu zählen zum Beispiel Informations- und Elternabende oder bestimmte Trainings, die den Umgang mit Kindern und Jugendlichen verdeutlichen sollen.

Dürfen sich nur Eltern an die Erziehungsberatung wenden?

Nein, bei Bedarf können auch Kinder und Jugendliche sowie deren Lehre eine Erziehungsberatungsstelle aufsuchen, um ein Gespräch/eine Beratung in die Wege zu leiten.

Rechtliche Regelungen

Auch Erziehungsberater unterliegen einer gesetzlichen Schweigepflicht, die gemäß §203 StGB gilt. Das bedeutet unter anderem, dass sich auch Kinder an die Erziehungsberatung wenden können, ohne dass ihre Anliegen den Eltern mitgeteilt werden. Gegebenenfalls und je nach Schwere der Problematik klären der Berater und das ratsuchende Kind gemeinsam ab, ob die Eltern mit in eine Klärung einbezogen werden oder welche weiteren Schritte eingeleitet werden können.

Erziehungsberatung im Internet

Seit einigen Jahren wird die Erziehungsberatung auch über das Internet angeboten. Dabei haben Ratsuchende die Möglichkeit, über ein geschütztes Mailkonto mit den Beratern in Kontakt zu treten. Gemäß des Datenschutzes sollen die Daten vor Zugriffen von Dritten geschützt werden. Seit 2005 besteht dabei ein Angebot zur Erziehungsberatung, das für die gesamte Bundesrepublik gilt und als Virtuelle Beratungsstellen (VBSt) angeboten wird. Insgesamt arbeiten 80 Fachkräfte aus allen 16 Bundesländern an dieser Beratungsform mit. Vorteil und auch Ansatz der Virtuellen Beratungsstellen ist die fehlende Hemmschwelle, die das Aufsuchen einer realen Beratungsstelle häufig verhindert. Insbesondere Kinder und Jugendliche wenden sich eher online und vergleichsweise anonym an eine solche Stelle.