Familienberater / in

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Familienberatung – Wieder gemeinsam aufleben: Familienberatung wird häufig synonym zum Begriff der Familientherapie verwendet. Grundsätzlich beschäftigen sich beide Felder damit, in einem psychologischen Rahmen Konflikte und Probleme akuter oder chronischer Art, die innerhalb einer Familie auftreten, zu bewältigen. Die Familie wird dabei als ein soziales System verstanden. Hat die Familienberatung einen heilkundlichen Zweck, so spricht man von der Familien- oder auch von eine Gruppenpsychotherapie. Ohne heilkundlichen Anspruch ist weiterhin von der Familienberatung die Rede.

Familienberatung wird von Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialwissenschaftlern, verschiedenen Institutionen (z.B. Lebensberatungsstellen) oder auch von Stellen der Erziehungsberatung angeboten. Meist liegt eine spezielle Ausbildung zum Familienberater / in vor.

Das Ziel der Familienberatung

Dem / der Familienberater / in geht es grundsätzlich immer darum, die Beziehungen zwischen einzelnen Familienmitgliedern zu stärken und positiv zu verändern. Dabei können einzelne  Mitglieder – oder eine ganze Familie an der Familienberatung teilnehmen. Gleichzeit geht es in der Beratung darum, den Teilnehmenden Kompetenzen zur eigenständigen Lösung (zukünftiger) familiärer Konflikte zu vermitteln.

Die Vorgehensweise des Familienberaters

In der Familienberatung spielt die Kommunikation und die Vermittlung von Kommunikationsstrategien eine zentrale Rolle. Den Teilnehmenden wird verdeutlicht, wie wichtig eine gute Kommunikation sowie Einfühlsamkeit sind, um eine Familie aufrecht zu erhalten und ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. In der ausschließlichen Familienberatung werden zudem Strategien zur Aktivierung und Stärkung familientypischer Ressourcen vermittelt, damit die Mitglieder zukünftig auftretende Probleme selbstständig lösen können. Dazu erlernen sie unter anderem auch Lösungsansätze und Handlungsalternativen im Zusammenhang mit Konfliktsituationen.

Die erweiterte Form der Familienberatung, die Familientherapie, kennt darüber hinaus die Vorgehensweise der Einbindung von Familienmitgliedern in die Behandlung psychischer Störungen von Einzelpersonen. Generell unterliegt die Familienberatung, insbesondere aber die Familientherapie, verschiedenen Strömungen.

Die Strömungen der Familienberatung / Familientherapie

Die Familientherapie entstand in den 1970er/-80er Jahren aus der Kybernetik und der Systemtheorie. Bis heute ist dabei bei allen Strömungen dieser Therapie essentiell, dass die Familie ein System ist, das von den Wechselwirkungen zwischen den Mitgliedern bestimmt wird. Im Folgenden werden verschiedene Ansätze der Familientherapie/-beratung kurz vorgestellt:

Psychoanalytischer Ansatz:

Dabei werden die Umgehensweisen der Familienmitglieder als auch persönliche Abwehrstrukturen einzelner Mitglieder untersucht. Dieser Ansatz geht davon aus, dass psychische Erkrankungen aus familiären Beziehungen (auch über mehrere Generationen hinweg) resultieren.

Humanistischer Ansatz:

Dieser Ansatz der Familienberatung operiert nicht rückwirkend, sondern auf die Gegenwart bezogen. Dabei kommen beispielsweise zirkuläre Fragen, Meditation, Metaphern und viele weitere Techniken zum Einsatz.

Systemischer Ansatz:

Hierunter werden verschiedene Ansätze der Familienberatung zusammengefasst. So können beispielsweise Strukturen und Grenzen in den Vordergrund gerückt – oder Interaktionsmuster verändert werden. Aktuell kommt dabei vor allem der konstruktivistische Ansatz zum Tragen, der sich in Form einer „lösungsorientierten Kurztherapie“ wieder findet.

Kommunikationspsychologischer Ansatz:

Hierbei werden den Teilnehmern Praktiken des Konfliktmanagements und der Deeskalation vermittelt, bzw. gemeinsam mit ihnen angewendet.

Beratung nach Schneewind:

Zudem kennt die Familienberatung die Vorgehensweise nach Schneewind, bei der zunächst der Ist- und der Soll-Zustand erfasst und definiert werden. Anschließend soll dieser Soll-Zustand erreicht und umgesetzt werden, der Therapeut/Berater wirkt dabei unterstützend mit. In der Familien- kommen dabei insbesondere die krisenbezogene – und die präventive Beratung zum Einsatz.