Gesprächstherapeut / in

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Gesprächstherapie – So wird sie angewandt: Als Gesprächstherapie werde im Grunde alle Formen der Psychotherapie verstanden, bei denen einerseits der Klient/Patient und andererseits das Gespräch mit ihm im Vordergrund stehen. Die Gesprächstherapie versteht dabei bereits das Gespräch, bzw. verschiedene Techniken zur Führung eines solchen, als Methode zur Problembewältigung und Ursachenforschung. Weitere Bezeichnungen für den Begriff der Gesprächstherapie sind „klientenzentrierte Psychotherapie“, „Gesprächspsychotherapie“, sowie „non-direktive -“ oder „personenzentrierte Psychotherapie. Die Gesprächstherapie wird der Humanistischen Psychologie zugeordnet.

Die Entwicklung der Gesprächstherapie

Die Form der Gesprächstherapie wurde von einem der wichtigsten Vertreter der Humanistischen Psychologie, Carl Rogers, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begründet. In Deutschland begann diese Therapieform erst in den 1960er Jahren eine Rolle zu spielen, ihre Hauptvertreter waren zu dieser Zeit Reinhard und Anne-Marie Tausch. Entstanden ist die Gesprächstherapie aus der Forschungsfrage Rogers‘, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit eine Person über ihr Erlebtes spricht und sich dabei gleichzeitig besser kennen lernt, um schließlich ihre Einstellungen und ihr Verhalten zu verändern. Bis 1950 ging Rogers in den Therapien, die er durchführte, zum Ansatz der Gesprächstherapie über und arbeitete gleichzeitig an der Erstellung einer theoretischen Basis, die noch heute als bedeutsam gilt. Diese Therapieform ist dabei so bekannt und beliebt geworden, dass sie in Grundzügen und/oder Abwandlungen sogar in der Beratung, im Lehrverhalten und in der gruppenzentrierten Führungsstrategie des Managements Anwendung findet.

Der Ausgangspunkt der Gesprächstherapie

Ausübende dieser Therapieform gehen davon aus, dass jedem Menschen eine Tendenz zur Selbstverwirklichung/Vervollkommnung innewohnt. Unter entsprechenden Umständen führt diese Tendenz zu einer steten Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Weiterhin geht man in der Gesprächstherapie davon aus, dass der Patient alle notwendigen Ressourcen zur Heilung in sich trägt, diese nur aktiviert werden müssen, der Therapeut soll dabei durch die Gesprächsführung und Fragestellung Hilfe leisten, damit der Patient selbst seine Situation analysieren und zu Lösungsansätzen finden kann.

Die wichtigsten Säulen der Gesprächstherapie

In einer Gesprächstherapie ist es für den Therapeuten von besonderer Bedeutung, einige wesentliche Grundhaltungen einzunehmen, die als wesentliche Elemente der Gesprächstherapie gelten.

Dazu zählen die (bedingungslose) positive Wertschätzung (und damit einhergehend ein vorurteilsloses Annehmen des durch den Patienten Geäußerten), die Empathie, die Kongruenz in der Haltung des Therapeuten (auch als „Echtheit“ oder „Wahrhaftigkeit gegenüber dem Klienten“ bezeichnet), der psychologische Kontakt zwischen Patient und Therapeut, das Befinden des Patienten in einer Inkongruenz und das Wahrnehmen des Patienten der positiven Wertschätzung, Empathie und Echtheit, die ihm durch den Therapeuten zuteil wird. Nur, wenn diese Bedingungen erfüllt werden, kann eine Gesprächstherapie zu einem Erfolg führen; so die Annahme der Vertreter dieser Therapieform.