Interview mit Christina Richter – Psychologische Beraterin und Coach in eigener Praxis in Hamburg

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Folgendes Interview konnten wir im März 2018 mit Christina Richter, Psychologische Beraterin und Coach in eigener Praxis in Hamburg führen:

Sie arbeiten als Psychologische Beraterin / Coach in eigener Praxis. Damit wir einen Eindruck von Ihrer Arbeit bekommen … Wie sieht ihr typischer Tagesablauf im Hinblick auf Ihre Arbeit aus?

Mein Tagesablauf beginnt mit der Bearbeitung der Anfragen per mail, bzw. der Anmeldungen für meine angebotenen Fortbildungen. Eingeplant ist immer ein Zeitfenster für diese Bürotätigkeit sowie Rechnungen schreiben, Skripte erstellen und die Koordination der Termine für die kommende Woche.

Klienten in der Praxis zu begleiten und Inhouse – Termine wahrzunehmen bei Institutionen und Schulungsakademien gehören oft auch zum täglichen Arbeitsalltag. Seminare und Schulungen für Kitas und Schulen finden auch in regelmäßigen Abständen statt, sowie meine Arbeit in der Trauerbegleitung, die sowohl vor Ort bei den Klienten, in sozialen Einrichtungen oder in der Praxis erfolgt.

Durch diese täglich neuen Herausforderungen ist mein Arbeitsfeld immer sehr abwechslungsreich.

Am Abend plane ich gedanklich den kommenden Tag anhand meiner Termine und bereite Unterlagen etc. vor, um den Klienten eine bestmögliche Beratung bieten zu können.

Können Sie etwas über Ihren beruflichen Werdegang sagen? Wie und warum haben Sie angefangen sich mit Psychologie bzw. Psychologischer Beratung zu beschäftigen?

Nach meiner Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau war ich über 20 Jahre in der freien Wirtschaft tätig. Einen Großteil dieser Zeit verschrieb ich mich der Textilbranche. Persönlich haben mich die Themen Psychologie mit allen Facetten seit meinem 23. Lebensjahr begleitet und interessiert, so daß ich mich bereits früh in diesem Bereich in Seminaren etc. weitergebildet habe.

Mit 38 Jahren kam ich an den Punkt, dass ich etwas Sinnhaftes in beruflicher Hinsicht anstrebte und darauf folgte die Ausbildung zur psychologischen Beraterin an der Paracelsus Schule in Hamburg.

Diese Entscheidung war eine der Besten meines Lebens und ich bin angekommen, da wo ich beruflich meine Visionen umsetzen kann.

Welche Ausbildung/en haben Sie gemacht? Wie viel Zeit mussten Sie für die Ausbildung/en aufwenden?. War es schwer, die Prüfungen zu bestehen?

Die Ausbildung zur psychologischen Beraterin an der Paracelsus Schule in Hamburg umfasste 2 Jahre, den Unterricht absolvierte ich am Vormittag, da es das Lernen erleichtert und die Klassengröße deutlich kleiner war.

Hinzu kamen weitere Ausbildungsmodule in der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg, Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Aufstellungs- und Systemische Arbeit, Innere Kind Arbeit, Energetische Psychotherapie nach Fred Gallo sowie die Einführung in die Psychotraumatologie um nur einige zu nennen.

Die Prüfungen waren meines Erachtens mittelschwer, es erfordert ein kontinuierliches Lernen und Nacharbeiten der Themeninhalte etc.

Zudem absolvierte ich einen Prüfungsvorbereitungskurs.

Alles in Allem umfassten meine Ausbildungen einige Jahre und ich bilde mich konstant weiter in den Themenfeldern.

Wie verlief dann der Start in Ihr Berufsleben und in die Selbstständigkeit? Sind dafür auch viele Anmeldungen bei Behörden notwendig?

Im Jahr 2013 begann meine Selbständigkeit in Praxisräumen zur Untermiete, um die Kosten anfangs überschaubar zu halten. Es folgte Werbung in Form von  Internet Anzeigen, Branchenbuch-Einträgen und  meiner Homepage.

Es braucht Geduld und Zuversicht und der Start in die Selbständigkeit in eigener Praxis ist ansonsten nicht mit großem bürokratischem Aufwand verbunden.

Für die Tätigkeit als psychologische Beraterin sind die Anmeldung beim Finanzamt, ein Geschäftskonto und geeignete Räume für den Start erst einmal ausreichend. Zudem ist es empfehlenswert sich einem Verband anzuschliessen.

Mittlerweile bin ich im 5 Jahr meiner Praxis-Selbständigkeit und es ist merklich zu spüren, wie viele Klienten über Empfehlungen den Weg zu mir suchen.

Sie bieten Psychologische Beratung und auch Coaching an … sind Sie spezialisiert auf bestimmte Klienten, Branchen oder Fragestellungen?

Mein Arbeitsalltag umfasst am häufigsten den Bereich: Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ebenso nehmen die Einzel- und Paarberatung einen großen Platz ein sowie mein Angebot an Fortbildungen und Schulungen. Die Themenfelder in der Einzel- und Paarberatung sind häufig Lebenskrisen, Verlust und Trennungsgedanken, mangelnde Selbstfürsorge und familiäre Belastungen.

Coaching wird ebenso angefragt im beruflichen Bereich bei Unsicherheiten im Joballtag, Karriereplanung, Umsetzung von Visionen und Zielsetzungen.

Was war ein „Highlight“ in Ihrer beruflichen Tätigkeit als Psychologische Beraterin / Coach? Gab es besondere Momente, Arbeitsergebnisse oder Ereignisse?

Besondere Momente gibt es immer wieder, das macht diese Arbeit aus: es ist  erfüllend zu sehen wie die Klienten sich nach der Beratung sortierter und zuversichtlicher auf ihren Weg machen.

Ebenso besonders sind die dankbaren Feedbacks bis hin zu einer Post-Karte aus dem Urlaub des Klienten. In der Trauerbegleitung sind es die berührenden Momente in denen man erkennt, dass der Klient seinen Weg in das Leben zurückfindet und langsam wieder Vertrauen fasst.

Herzlichen dank für das Interview!

Ergänzend noch die Website von Christina Richter