Psychologischer Berater

0

Dieser Abschnitt soll einige wichtige Aspekte zum Berufsbild Psychologische Beratung erläutern. Dazu geben wir kurze Einführungen in Themengebiete und berichten über Wege, auf denen man Psychologischer Berater werden kann.

Unter einer psychologischen Beratung versteht man eine beraterische Tätigkeit die meist von Menschen in Anspruch genommen wird die sich in einer akuten Krisensituation befinden. Auch Menschen die über ein gewisses Problem sprechen möchten oder Hilfestellungen von einem Außenstehenden suchen sind Klientel eines psychologischen Beraters. Eine psychologische Beratung selbst ist jedoch nicht mit einer Therapie im klassischen Sinne zu vergleichen.

Eine Therapie darf prinzipiell nur von einem ausgebildeten Psychologen durchgeführt werden. Eine psychologische Beratung hingegen wird meist von einem ausgebildeten Berater angeboten. Dieser hat weder in Bezug auf die vorhandene Ausbildung noch in Bezug auf seine Leistungen etwas mit einem Psychologen gemein. Der Berater hat sich verpflichtet sein Angebot ohne eine Art von Heilversprechen anzubieten. Das bedeutet konkret dass ein Berater keinerlei Diagnosen stellen darf. Sollte sich innerhalb der Beratung der Verdacht erhärte dass der Hilfesuchende unter einer Krankheit leidet darf der Berater dies keinesfalls äußern, allenfalls sollte dem Klient ein Facharzt empfohlen werden. Weiterhin darf ein psychologischer Berater keinerlei Therapie durchführen. Er darf keine Behandlungen anbieten die in einer klassischen Therapie zur Behandlung gewisser Krankheiten angewandt werden. Zudem darf er grundsätzlich nur psychisch gesunde Menschen beraten. Gerade psychisch erkrankte Menschen dürfen das Angebot eines psychologischen Beraters nicht wahrnehmen. Das Beratungsfeld umfasst also ausschließlich gesunde Menschen die in einer akuten Krise stecken oder Hilfestellungen zu Problemen benötigen. Dabei darf der Berater auch nur Lösungsansätze präsentieren und keinesfalls auf die ultimative Lösung bestehen. Es besteht keinerlei Handlungsbedarf, es ist eher ein Austausch zwischen Berater und Hilfesuchendem. Eine Außenstehende Person die der Schweigepflicht unterliegt und gewisse Hilfestellungen anbieten kann – bei Bedarf.

Die Ausbildung zum psychologischen Berater wird an speziellen Schulen oder mittels eines Fernstudiums angeboten. Oft gehören auch einige Heilpraktikerschulen zu den Anlaufstellen welche diese Weiterbildung möglich machen. Der psychologische Berater hat wie ein Heilpraktiker keinerlei medizinische Ausbildung, daher sind beide Berufe relativ eng miteinander verknüpft. Man sollte bei einer Ausbildung oder Weiterbildung zum psychologischen Berater stets darauf achten diese an einem seriösen Unternehmen durchzuführen. Wer später einmal als psychologischer Berater sein Geld verdiene möchte ist darauf angewiesen einen möglichst seriösen Eindruck zu vermitteln. Denn nur wer als Berater ernst genommen wird kann auch das tun was man gerne möchte – anderen Menschen bei Problemen und akuten Krisen helfen!

Psychologische Beratungsstellen

Wer in einer akuten Krise steckt weiß oft nicht sofort wer der richtige Ansprechpartner für die Probleme ist. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Beratungsstellen welche unterschiedliche Hilfsangebote vorweisen. Sehr oft ist den Hilfesuchenden jedoch nicht ganz klar wann man sich an welche Beratungsstelle wenden kann. Manchmal geht auch aus den Beschreibungen der Einrichtungen nicht klar hervor für welche Art Krise sie zuständig sind.

Familienberatung: Eine Familienberatung ist eine Beratungsstelle die sich rund um Probleme und Krisen innerhalb und um die Familie kümmert. Hat man beispielsweise ein Problem innerhalb der Familie und sucht nach einem Außenstehenden der auf professionelle Art und Weise eine Hilfestellung bietet ist man bei einer Familienberatung an der richtigen Adresse. Dabei ist es weniger wichtig um welche Art Problem es sich handelt, so lange man Hilfe bei Themen rund um die Familie braucht wird einem hier geholfen. Es muss nicht zwingend die engsten Familienangehörigen betreffen. Solange sich das Problem oder die Krise mit dem Thema Familie beschäftigt findet man in einer Familienberatung sicherlich den richtigen Ansprechpartner. Man muss jedoch beachten dass die Berater hier nur beratend und nicht therapierend tätig sind. Wer eine richtige Familientherapie in Anspruch nehmen möchte sollte sich nach einem praktizierenden Psychologen für Familientherapie umsehen. Die Familienberatung dient ausschließlich zur Beratung.

Kirchliche Beratungsstelle: Eine kirchliche Beratungsstelle kümmert sich prinzipiell um jede Art von Problem und Krise. Es gibt kein gewisses Schema nach dem die Hilfesuchenden hier sortiert werden. Ob katholische oder evangelische Beratungsstelle spielt hierbei meist ebenfalls keine Rolle. Die unterschiedlichen Berater sind relativ tolerant und gerne bereit auch religiös anders orientierte Menschen zu beraten, hier geht es vorrangig darum hilfesuchenden Menschen eine schnelle und effektive Hilfestellung anbieten zu können. Ganz egal wer man ist und welches Problem einen belastet, bei einer kirchlichen Beratungsstelle wird jeder mit offenen Armen empfangen. Man sollte jedoch damit rechnen dass die Lösungsansätze je nach Ausrichtung der Beratungsstelle durchaus religiös belastet sein können, das sollte jedem klar sein.

Psychologische Beratungsstelle: Psychologische Beratungsstellen kümmern sich um sehr akute Krisen die psychisch enorm belastend sind. Hierbei ist jedoch wichtig zu unterscheiden dass eine Beratungsstelle keinerlei psychologische Behandlung anbieten darf. Behandlungsweisen aus unterschiedlichen Therapieformen dürfen in einer Beratungsstelle nicht angewendet werden. Ebenso darf keine therapeutische Hilfestellung erfolgen. Der Berater darf zwar hilfreiche Vorschläge und Lösungsansätze einbringen jedoch keinesfalls darauf bestehen dass seine Hilfestellung die richtige ist. Eine psychologische Beratungsstelle kümmert sich prinzipiell um jede Art Problem und ist daher ein allgemeiner Ansprechpartner in akuten Krisen die eine gewisse Dringlichkeit aufweisen.

Psychologische Beratung – Was kann/darf sie?

Auf einen Blick:

Die Psychologische Beratung bezeichnet zum einen zahlreiche Einrichtungen, die Menschen in problematischen Lebenssituationen beratend zur Seite stehen. Gleichzeitig bezeichnet der Begriff der Psychologischen Beratung auch eine bestimmte Methodik, die in solchen Einrichtungen zum Einsatz kommt. Bei der psychologischen Beratung kommen psychologische und psychotherapeutische Techniken und Vorgehensweisen zum Einsatz, ohne dass diese zwangsläufig von einem ausgebildeten Mediziner, Psychologen oder Psychotherapeuten angewandt werden müssen. Vielmehr kann es sich um speziell ausgebildetes Personal handeln, dass die Psychologische Beratung vornimmt. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine therapeutische Maßnahme, die mit einer Psychotherapie bzw. den verschiedenen Therapiearten vergleichbar wäre, sondern tatsächlich nur um eine Psychologische Beratung, die zur Überwindung von Konflikten, Problemen oder schwierigen Lebensumständen beitragen soll.

Einordnung der Psychologischen Beratung

Die Psychologische Beratung wird offiziell als „Teilgebiet der beratenden Psychologie“ bezeichnet. Dabei darf sie nicht mit anderen psychologischen Beratungsmaßnahmen, wie etwa dem Personal Coaching oder dem Kommunikationstraining verwechselt werden, wenngleich die Benennung irreführend ist. Es handelt sich bei der Psychologischen Beratung um eine ausdrücklich nichtheilkundliche Methode, die dennoch im Psychotherapeutengesetz eindeutig definiert wird. Sie umfasst demnach „psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben“ (Psychotherapeutengesetz, § 1). Somit darf die Psychologische Beratung keine Diagnosen stellen oder psychologische/psychotherapeutische Maßnahmen, wie etwa eine Medikamentierung, ergreifen.

Einsatzgebiete der Psychologischen Beratung

Die Psychologische Beratung tritt meist nicht unter diesem Namen auf und ist auch aus diesem Grund im Alltag häufiger anzutreffen, als man zunächst vermuten möchte. Sie fällt in den Wirkungsbereich der Sozialen- und auch der psychologischen Arbeit. Sie tritt meist in Form von Anlaufstellen der Lebensberatung, als Eheberatung, als Erziehungs- und Familienberatung, als Jugendberatung, als Drogenberatung aber auch als Berufs-/Studien- und/oder Bildungsberatung auf. Darüber hinaus zählen auch Beratungsstellen, die Menschen mit speziellen Erkrankungen, Behinderungen, Konflikten, Entscheidungsschwierigkeiten, als Opfer von Mobbing oder sonstigen Straftaten sowie Menschen in vielen weiteren Konflikt- oder Problemsituationen zu den Arbeitsbereichen der Psychologischen Beratung.

Dürfen psychologische Berater eine Diagnose über Erkrankungen stellen?

Ja, allerdings nur dann, wenn sie auch eine Approbation zur Ausübung der Heilkunde besitzen, es sich also beispielsweise um einen ausgebildeten Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen handelt, der in der Psychologischen Beratung tätig ist.

Wie gestaltet sich eine Psychologische Beratung?

Betroffene Menschen können die Beratungsstellen zum Gespräch aufsuchen. Der psychologische Berater führt mit Hilfe spezieller Fragetechniken dieses Gespräch und lässt den Klienten dabei ausreichend Raum zum Berichten und Erzählen. Die Gespräche werden in der Regel entweder als lösungsorientiert oder als klärend klassifiziert. Anhand der Erzählungen verschafft sich der Berater einen Überblick über die Situation und entwickelt gemeinsam mit dem Klienten Lösungsansätze. Je nach Lebenssituation und angesprochener Problematik kann die Psychologische Beratung zu anderen Institutionen, Beratungsstellen oder auch medizinischen Stellen weitervermitteln. Nur dann, wenn der Berater auch eine heilkundliche Approbation hat, darf er im Zuge der Beratung auch eine Diagnose stellen.

Die Beratung ist in der Regel nach wenige Sitzungen abgeschlossen, da es sich nicht um eine klassische Therapie, sondern um eine begleitende Maßnahme handelt, die Menschen in Konfliktsituationen dabei helfen soll, diese zu überwinden.

Besonderer Bereich: Verkehrspsychologische Beratung – MPU

Eine verkehrspsychologische Beratung ist grundsätzliche eine freiwillige Beratung die mit einem professionellen Berater stattfindet. Ziel des Gespräches ist es ein Fehlverhalten zu erkennen, zu analysieren und zu beseitigen. Wer erfolgreich an einer solchen Beratung teilnimmt muss mit etwa 3-4 Beratungsgesprächen rechnen die am Ende mit einer Teilnahmebestätigung quittiert werden. Hiermit ist es möglich 2 Punkte Abzug in Flensburg zu erhalten.

Vor Beginn einer verkehrspsychologischen Beratung ist es notwendig dem Berater einen Auszug aus dem Verkehrszentralregister des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg vorzulegen. Mit diesem Auszug kann sich der Berater bereits ein Bild der Problematik schaffen und einen guten Einblick in das Verhalten erarbeiten. Die Beratung selbst findet absolut anonym statt. Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden an keinen Dritten weitergeleitet. Die Gespräche sind vertraulich und unterliegen der beruflichen Schweigepflicht der sich jeder Psychologe unterwirft. Nach erfolgreichem Abschließen der verkehrspsychologischen Beratung erhält der Teilnehmer eine Teilnahmebescheinung. Jene kann dann bei der Fahrerlaubnisbehörde vorgelegt werden, nach eingehender Prüfung erhält man dann 2 Punkte Abzug in Flensburg.

Wie die Gespräche selbst ablaufen hängt zu großen Teilen davon ab, welche Hilfestellung sich der Hilfesuchende wünscht. Grundsätzlich wird gemeinsam die Vorgeschichte und das Fehlverhalten analysiert. Dies geschieht auf einem wahrheitsgemäßen und dennoch neutralen Niveau, niemand möchte hier urteilen, es geht ausschließlich darum aktives Fehlverhalten zu erkennen, zu analysieren und es dann möglichst schnell und grundlegend zu entfernen. Damit Fehlverhalten sich nicht manifestiert und mit positivem gegenlenken ausgelöscht wird. Die Frage nach dem „Warum?“ ist in der verkehrspsychologen Beratung zu jeder Zeit präsent und immer wiederkehrendes Thema der Gespräche. Wenn die Problematik analysiert werden kann, dann versucht der Berater gewisse Lösungswege aufzuzeigen, wie man das bekannte Problem vermeiden, beheben oder auch ausgrenzen kann. Ziel ist es das Fehlverhalten aus dem persönlichen Verhalten zu entfernen und so dafür zu sorgen dass der Hilfesuchende zukünftig ohne weitere Probleme verkehrstüchtig ist und vor allem keine Gefahr für sich oder andere darstellt. Die Beratung selbst obliegt jedoch keinem übergeordneten Ziel. Es gilt nicht zu bestehen. Da die Beratung selbst auf freiwilliger Basis stattfindet steht jedem frei inwieweit die Hilfestellungen angenommen werden oder nicht. Es ist auch nicht auszuschließen dass erkennbares Fehlverhalten innerhalb der relativ überschaubaren Beratungsgespräche wirklich ausreichend besprochen werden kann. Im Anschluss an die Beratung ist es möglich eine anderweitige Behandlung aufzunehmen um die Behandlung dann auf professioneller Ebene fortzusetzen und so effektiv zu bearbeiten. Hierfür eignen sich beispielsweise Psychologen – mit den bereits erarbeiteten Erkenntnissen kann man hier eventuelles Fehlverhalten auf lange Sicht behandeln.