Schizophrenie

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Schizophrenie gehört zur Gruppe der psychotischen Störungen. Diese sind allgemein darüber gekennzeichnet, dass sie Auswirkungen auf eine starke Veränderung des Wahrnehmung und der Gedanken haben.

Auch wird das Bewusstsein, sowie das Ich-Erleben durch eine psychotische Störung verändert.
Die hauptsächlichen charakteristischen Veränderungen bei einer Schizophrenie sind dabei zum einen Halluzinationen, die zur Veränderung der Wahrnehmung gehören, sowie ein Wahn, der durch die Veränderung des Denkens zustande kommt.

Diese Kernsymptome sind dabei länder-, gesellschafts- und kulturübergreifend, allerdings sind die Randsymptome bei einer Schizophrenie von Person zu Person sehr unterschiedlich und daher kaum vorhersagbar. Somit ist auch der Krankheitsverlauf und der Krankheitsausgang nur schwierig vorherzusagen und kann eben je nach Person sehr unterschiedlich sein.

Die Techniker hat bei Youtube eine schöne kurze Erläuterung zum Thema Schizophrenie bereitgestellt:

Allgemein lässt sich allerdings festhalten, dass sich bei einer Schizophrenie immer unregelmäßige Phasen mit psychotischen Episoden und mehr oder weniger lange Zwischenintervalle, die oftmals auch nicht komplett symptomfrei sind, abwechseln.

Aus diesem Grund, und daher, dass sie Symptome zunächst eher schwach sein können, kommt es mitunter zu einer Zeit von sechs Jahren, bis es zur Aufnahme in eine Klinik kommt. Allerdings kann es auch zu einem sehr akuten Krankheitsbeginn kommen, bei dem sich starke Halluzinations- und Wahnsymptome innerhalb kürzester Zeit, also mitunter nur über einige Tage, hinweg entwickeln.

Das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken, liegt dabei bei ca. 1 % (über die gesamte Lebensspanne gesehen), wobei Männer und Frauen in etwa gleich häufig betroffen sind. Bei dreiviertel der Personen liegt das Erkrankungsalter zwischen dem 15.-30. Lebensjahr und geht oft einher mit einem besonderen Lebensereignis, wie etwa einem steilen sozialen Anstieg, dem Schulabschluss, dem Berufseintritt oder dem Eingehen einer Partnerschaft. Bei dem Erkrankungsalter spielt nun auch das Geschlecht eine Rolle: Männer erkranken im Durchschnitt drei bis fünf Jahre später als Frauen. Auch der soziale Status spielt bei der Entstehung einer Schizophrenie eine Rolle, so weisen Erkrankte eher einen niedrigen sozialen Status auf. Es ist dabei allerdings nicht genau geklärt, ob dies wirklich eine der Ursachen oder eventuell auch einfach die Folge der Schizophrenie ist. Allgemein lässt sich jedoch festhalten, dass sowohl umweltbedingte Faktoren an der Entstehung einer Schizophrenie beteiligt sind, aber auch genetische Faktoren, also besonders, wenn es in der Familie schon Fälle von Schizophrenie gab, eine große Rolle spielen.

Mit entsprechender Behandlung besteht mit 50% allerdings ein großer Anteil von günstigen Krankheitsverläufen.

Schizophrenie Symptome

Die hauptsächlichen, für eine Schizophrenie typischen Symptome sind vor allem die Halluzinationen (in 69% der Fälle) und der Wahn (in 96% der Fälle).

Bei den Halluzinationen werden Dinge wahrgenommen, die eigentlich nicht da sind, also kommt es zu Sinneswahrnehmungen, obwohl die entsprechenden Sinne nicht durch äußere Begebenheiten gereizt werden. Dazu gehört bspw. das Hören von Stimmen, die dialogisch, kommentierend oder befehlend sein können.

Der Wahn beinhaltet Überzeugungen, die trotz unbestreitbarer Beweise für das Gegenteil aufrechterhalten werden. Durch diese Veränderungen kommt es dann zu fehlerhaften Schlussfolgerungen aus realen Situationen oder Gegebenheiten, die Person ist dabei aber davon überzeugt, dass ihre Schlussfolgerungen der Realität entsprechen.

Des weiteren werden die Symptome einer Schizophrenie in zwei Bereiche eingeteilt und zwar in negative und positiver Symptome. Die positiven beschreiben dabei die bereits erwähnten Wahnphänomene, die Verzerrung des Schlussfolgernden Denkens und die Halluzinationen. Allgemein beschreiben sie ein Übermaß oder eine Verzerrung der normalen psychischen Funktionen.

Die negativen Symptome dahingegen beschreiben eher ein Defizit im Verhalten und Erleben der Person, also eine Verminderung oder sogar ein Verlust der normalen Funktionen. Dazu gehört, dass die betroffenen Personen Gefühle oft nicht mehr richtig wahrnehmen können oder sie sogar überhaupt nicht mehr erleben, sie weniger sprechen und auch im Allgemeinen weniger aktiv sind. Auch haben sie oftmals nicht mehr so einen großen Kontakt zu anderen Personen und ihr Denken und ihre Sprache ist oft verlangsamt.

Zunächst kommt es oft dazu, dass über einen längeren Zeitraum, von etwa fünf Jahren, nur die negativen Symptome bestehen und erst dann das erste positive Symptom auftritt. Die Positivsymptomatik tritt also oft mit mehrjähriger Verzögerung auf, überholt dann aber meist die flacher ansteigende Negativsymptomatik.

Die Diagnose einer Schizophrenie wird dabei hauptsächlich über die positiven Symptome gestellt, allerdings werden auch die negativen mit einbezogen. Die positiven Symptome müssen dabei mindestens einen Monat anhalten.

Die Positivsymptomatik kann gut mit Medikamenten behandelt werden, sodass es zu einem schnellen Abklingen kommt. Die Negativsymptomatik hingegen zieht sich meist lange hin und klingt oft nur unvollständig wieder ab.

Paranoide Schizophrenie

Die paranoide Schizophrenie ist die häufigste Form der Schizophrenie. Im Vordergrund bei dieser Schizophrenie-Form steht dabei die Positivsymptomatik, die Negativsymptomatik, also Symptome wie Antriebslosigkeit oder Emotionsverflachung, tritt dabei kaum auf. So kommt es in 80% der Fälle zu Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Ich-Störungen. Bei der paranoiden Schizophrenie beziehen sich die dauerhaften Wahnvorstellungen auf vier unterschiedliche Bereiche: dem Verfolgungs- und Vergiftungswahn, bei dem man davon überzeugt ist, dass man von bestimmten Personen verfolgt und beobachtet wird, die einem etwas antun wollen, vorzugsweise vergiften. Dann den Beeinträchtigungswahn, bei dem sich die betroffenen Personen von ihrer Umwelt beeinträchtigt fühlen. Dies meint, dass die Person sich von ihren Mitmenschen beleidigt, erniedrigt und verhöhnt fühlt und denkt, dass diese nach ihrem Leben trachten. Schließlich gibt es auch noch den Beziehungswahn. Hier ist man der Überzeugung, dass sich Ereignisse oder Handlungen von anderen Personen stets auf die eigene Person beziehen, es werden also die Blicke und Gespräche anderer Personen dementsprechend gedeutet. Dies kann bei einer starken Ausprägung auch bei bspw. Personen im Fernseher der Fall sein.

Bei den Halluzinationen treten vor allem akustische Halluzinationen, also Stimmen oder Geräusche, optische Halluzinationen, wie Menschen und Gegenstände, sowie taktile Halluzinationen, also das Gefühl von Berührungen, auf.

Auch Denkstörungen können im akuten Zustand deutlich sein, verhindern aber nicht die klare Beschreibung der typischen Halluzinationen und Wahngedanken.

Ebenfalls weisen Personen die an einer paranoiden Schizophrenie leiden bestimmte Merkmale auf. So sind diese Personen oft eher misstrauisch, empfindlich, leicht reizbar, egozentrisch, voller Furcht und zeigen plötzliche Wutausbrüche. Ihr Leben ist von dem Thema Verfolgung bestimmt. Sie haben dabei oft die Vorstellung, das bestimmte Personen sie beobachten, über sie reden, abhören oder ähnliches, um sie dann bspw. zu misshandeln, umzubringen oder etwas anderes gegen sie zu planen, dass sie schädigen würde.

Bei Personen mit Verfolgungswahn ist dieser dabei zu Beginn noch begrenzt und systematisiert sowie ihre Haltung gegenüber ihrer Umwelt gestaltet sich eher als emotional aggressiv. Die Wahnvorstellungen häufen sich dann mit der Zeit und werden zusammenhanglos. Auch werden sie immer absurder, allerdings lässt auch ihre aggressive Haltung nach.

Die Wahnvorstellungen werden dabei noch davon stark verstärkt, dass die Betroffenen auch Halluzinationen haben, die ebenfalls die Verfolgungen zum Inhalt haben, sie scheinbar also auch hören, sehen oder fühlen, dass sie verfolgt werden. Inhalte sind dabei häufig, dass sie hören wie Feinde ihre Namen nennen und sie bedrohen, dass sie, häufig nachts, Gesichter sehen, dass sie Gift in ihrem Essen haben und dies auch schmecken können oder dass sich Dinge wie giftiges Gas in ihrem Zimmer befinden um sie zu schädigen. Meistens ist es dabei so, dass männliche Personen auch männliche Verfolger und weibliche Personen auch weibliche Verfolger haben. In manchen Fällen kann es zu einem Totschlag kommen, als Ausdruck eines Selbstschutzverhaltens, da der Betroffene sich ständig von seinen Feinden bedroht fühlt und sich wehren möchte. Auch kommt es teilweise zu Selbstmorden, als Form der Flucht oder des Ausweichens vor den Feinden.

Schizophrenie Test

Ob eine Person an einer Schizophrenie leidet ist leider nur schwer eindeutig mittels eines Tests feststellbar. Die Diagnose wird meistens mittels aufwändiger klinischer Interviews und Beobachtungen gestellt. Dabei wird besonders auf die typischen Beschwerden zum Zeitpunkt der Untersuchung sowie in der Vorgeschichte geachtet. Teilweise werden zu diesem Zweck auch Familienangehörige oder andere nahestehende Personen befragt, da sich der Betroffene möglicherweise die Krankheit nicht in allen Anteilen wahrnimmt bzw. wahrgenommen hat. Dieses Verfahren hat aber das Problem, dass es erst zu einer Behandlung kommt, wenn sich die Krankheit schon klar manifestiert hat.

Aufgrund dessen sind die Heilungschancen dann aber stärker eingeschränkt als wenn es schon früh zu einer eindeutigen Diagnose und somit einem Therapiestart kommen würde. Einfache Tests liefern jedoch, durch Abfragen der typischen Symptome, Hinweise, ob es sich möglicherweise um eine Schizophrenie-Erkrankung handeln könnte, geben also schon erste Anhaltspunkte in diese Richtung. Diese sind mitunter sogar im Internet zu finden und können den Patienten dazu ermuntern, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn das Ergebnis positiv ausfällt.

Bei der Diagnose müssen dann aber, auch bei typischen schizophrenen Beschwerden, alle anderen Entstehungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.

In der letzten Vergangenheit ist man mit dem Ertesten einer Schizophrenieerkrankung allerdings auch etwas weiter gekommen.

So gibt es von der biologischen Seite ein neues Testverfahren, welches Biomarker einsetzt um die Störung schon in einem frühen Stadium aufzudecken. Es wird dabei bei dieser Methode der Gehalt der Glukose und der Energiestoffwechselprodukte im Nervenwasser gemessen. Dies wird gemacht, die an Schizophrenie erkrankten Personen andere Werte als die Gesunden aufzeigen. Auf diese Weise sei die Schizophrenie dann erstmals messbar. Bei dieser Methode muss natürlich davon ausgegangen werden, dass diese Unterschiede zwischen Gesunden und Erkrankten auch wirklich bestehen, und dass sie, sollten sie anders sein als bei den Gesunden, auch eindeutig auf die Schizophrenie zurückzuführen sind.

Eine weitere (computergestützte) Testform für die Diagnose einer Schizophrenie ist der so genannte Continuous Performance Test (CPT). Er gilt dabei als sehr zuverlässig und ist seit 2003 in Verwendung. Mit diesem werden Trait-Marker, also bestimmte stabile Persönlichkeitseigenschaften, erfass. Dieses Verfahren testet die selektive Aufmerksamkeit, die Daueraufmerksamkeit und die Gedächtnisfunktionen, sowie das impulsive Verhalten. Genau diese Funktionen sind nämlich auch bei Personen, die an einer Schizophrenie leiden in gewisser Weise gestört, sodass das Ergebnis Rückschlüsse darüber liefern kann, ob möglicherweise eine Schizophrenie vorliegt.

Auch genutzt wird der vergleichsweise neue Attention Network Test (ANT), der Rückschlüsse auf drei spezifische Aufmerksamkeitsfunktionen zulässt. Dabei werden Aufmerksamkeitsdefizite deutlich, wodurch auf die zuständigen Hirnstrukturen hingewiesen werden kann, was neue Erkenntnisse über das Auftreten und den Verlauf der Krankheit liefern könnte

Links zum Thema Schizophrenie Tests:

Infos zu Schizophrenie Tests

Schizophrenie Performance Test