Systemische/r Therapeut / in

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Die Systemische Therapie im Überblick: Die Systemische Therapie ist in Deutschland eine erst seit wenigen Jahren offiziell und wissenschaftlich anerkannte Therapieform. Die Anerkennung der Systemischen Therapie erfolgte erst Ende 2008. Diese Therapieform beschreibt dabei einer Fachrichtung der Psychotherapie, bei systemische Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Personen als Grundlage zur Diagnose und daraus resultierenden Therapie betrachtet. Diese Grundlage findet bei seelischen Beschwerden sowie insbesondere auch bei Problemen, die in einem Sozialverbund (z.B. Ehe, Familie, etc.) auftreten. Häufig wird die Systemische Therapie deshalb auch gezielt als systemische Familientherapie bezeichnet. Heute bedient sich nicht nur die Systemische Therapie dieser speziellen, kontextuellen Vorgehensweise, sondern zum Beispiel auch das Systemische Coaching, die Systemische Sozialarbeit oder auch die Systemische Organisationsbetreuung.

Die Entstehung und Entwicklung der Systemischen Therapie

In der Tiefenpsychologie spricht man in der Regel von einem Begründer, einem Gründungsort und/oder einer Gründer-/Stömungsschule. Bei der Systemischen Therapie ist das jedoch nicht der Fall, sie wurde von verschiedenen Wissenschaftlern begründet und basiert dabei auf der Systemtheorie und dem Konstruktivismus. Die Grundlagen zur Systemsischen Therapie sowie die Tendenz hin zur Familientherapie haben ihren Ursprung in den 1970er und -80er Jahren. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich dabei aus der Kybernetik und der Systemtheorie verschiedene Strömungen, so etwa die strukturelle- oder die strategisch Familientherapie, die Familientherapie mit mehreren Generationen, die narrative Vorgehensweise oder auch die Integrierte Familientherapie. Zu den Standorten, an denen sich die Systemische Therapie entwickelte, zählen unter anderem Mailand, Heidelberg und Milwaukee.

Heute geht man in der Systemischen Therapie unter anderem nicht mehr von einer Gleichsetzung von Familie und System aus.

Zentrale Annahme der Systemischen Therapie

Die Systemische Therapie geht unter anderem davon aus, dass verschiedene Sozialstrukturen (z.B. Familien, Mitarbeitergeflechte in Unternehmen, etc.) als Ressourcen verstanden werden können, die jedem einzelnen Mitglied die Möglichkeit bieten, einerseits Fähigkeiten und Stärken zu entwickeln, andererseits aber auch Verhaltensstörungen bedingen können. Treten solche Störungen bei einem Mitglied auf, so spricht man vom „Symptomträger für das Gesamtsystem“. Die Systemische Therapie möchte dabei lösungsorientert vorgehen und distanziert sich von der psychotherapeutischen Vorgehensweise. Psychische Disfunktionen oder Ähnliches werden als nachvollziehbare Reaktionen betrachtet, nicht die Störung an sich wird behandelt, sondern das Hinarbeiten zu einer Lösung steht im Vordergrund.

Techniken der Systemischen Therapie

Zu den wichtigsten Techniken dieser Therapieart zählen das Zirkuläre Fragen (zur Erschließung des Standpunktes Dritter), das Skalenfragen (zur Verdeutlichung von Unterschieden), das Positive Konnotieren, das Reframing (zur Anregung von Interpretationsveränderungen), die Paradoxe Intervention (um Automatismen zu verändern), die Metaphernarbeit, das Sprechen im Konjunktiv, das Erstellen von Soziogrammen (zur graphischen Veranschaulichung von sozialen Beziehungen) sowie einige weitere Techniken.